Original paper

Ueber isolirte Zechstein-Ablagerungen im Gebiete der Tanner Grauwacke an den südlichen Ausläufern des Bruchbergs.

Langsdorff

Kurzfassung

Dass der Zechstein in seiner Auflagerung auf die Schichten des Hercyns früher eine viel grössere Ausdehnung als jetzt gehabt haben muss, ergeben beispielsweise die zahlreichen isolirten Zechsteinpartieen, welche E. Kayser in seiner geologischen Karte der Sectiou Lauterberg (1879) in der Gegend von Lauterberg als Auflagerungen der Tanner Grauwacke andeutet. Verfasser dieser. Mittheilung hatte vor einiger Zeit Gelegenheit, an der Hand der Kayser'schen Karte in der Gegend zwischen Lonau und Sieber bezüglich der Erstreckung der Zechsteingrenze mehrere Beobachtungen zu machen, deren Resultate in Folgendem kurz zusammengefasst sind. Es muss hier vorausgeschickt werden, dass eine genaue Angabe aller der isolirten Zechstein-Auflagerungen der bezeichneten Gegend mit der Schwierigkeit zu kämpfen hat, dass diese Auflagerungen, welche das ehemalige Ausgehende des zusammenhängenden Gesteinsgebietes bezeichnen, aus eben diesem Grunde eine geringe Mächtigkeit besitzen, ja oft sich nur durch dichte Anhäufung zerstreuter Kalkbruchstücke bemerklich machen. Offenbar aus diesem Grunde hat sich Kayser bei der Feststellung der nördlichen Zechsteingrenze in dieser Gegend grosse Zurückhaltung auferlegt und dieselbe auf ein die Wirklichkeit nicht erreichendes Maass beschränkt. Wenigstens lässt sich an dem Höhenzug (Langefast), welcher vom Bruchberge aus sich zwischen den Thälern der Siebern und Gr. Lonau südlich gegen Herzberg ausbreitet, die allgemeine Grenze des Zechsteins viel weiter nördlich - nämlich auf dem den Grat dieses Zuges bezeichnenden "Fastweg" bis zur Höhenkurve von 440 m - verfolgen, als Kayser dies auf der Karte angiebt.