Original paper

Über Gneissgranite im Harzburger Gabbro und Ecker-Gneis

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Herr K. A. Lossen legte vor und besprach Gneissgranite, welche sich nach der eigenen und nach Herrn Max Koch's Erfahrung als Structurabänderungen der Eruptivgranit-Gänge im Harzburger Gabbro und in dem "Ecker-Gneiss" genannten Antheil der Granit- und Gabbro-Contactzone hie und da finden; so im Zillierwald und am Eschenbeck auf dem rechten, im Sandweg und im Hange zwischen der Hasselbach-Mündung und der Muxklippe auf dem linken Eckerufer und nach Herrn Koch's Beobachtungen im Kaltenthale. Das Hauptstructur-Element des Gneiss-ähnlichen Gefüges dieser Gesteine sind lang ovale, übrigens unregelmässig begrenzte, einfache oder nach dem Karlsbader Gesetz verzwillingte Orthoklase bis zu 0,5 cm Längsaxe, welche in roh paralleler Anordnung porphyrartig aus dem feinkörnig streifigen Gesteinsgrunde hervortreten. Die Streifung geht der Längsaxe der Orthoklas-Einsprengunge parallel und ist durch den Wechsel biotitreicher und biotitarmer bis -freier Lagen bedingt. In den ersteren folgt die Lage der zahlreichen Glimmerblättchen annähernd der Structurfläche, in den letzteren herrscht granulitisch-körniges Quarz-Feldspath-Mosaik ohne Parallelstructur. Dabei ist das Korn dieses Mosaiks häufig ein so feines, dass die Gesteine Granuliten ähnlich werden. Blutrothe Granatkörnchen als häufige accessorische Gemengtheile erhöhen diesen Eindruck. Noch viel mehr aber tritt der granulitartige Habitus dieser eruptiven Gneissgranite bei der Betrachtung mikroskopischer Präparate hervor.