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Über ein Vorkommen von Olivinfels aus dem Gabbrogebiet des Harzes.

Koch, Max

Kurzfassung

Im oberen Theil des Kalten Thals bei Harzburg, nordöstlich der beiden Haupt-Gabbromassen vom Ettersberg-Winterberg-Radauerberg und derjenigen von der Baste tritt noch eine dritte kleinere Gabbropartie zu Tage, welche rings von Granit umgeben ist und von zahlreichen Gängen dieses Gesteins durchsetzt wird. Wie die erwähnten grösseren Massen zeichnet auch sie sich durch reiche Mannigfaltigkeit in der Ausbildung der vorkommenden Gabbrogesteine aus. Leider sind die Aufschlussverhältnisse wenig günstige, sodass es nur selten gelingt, die Verbreitung der einzelnen Abarten und ihre Beziehungen zu einander genauer festzustellen. Neben eigentlichem Gabbro treten einerseits olivinreiche Glieder auf, welche ausser Plagioklas, Olivin und Diallag reichlich Biotit, Hornblende und rhombischen Pyroxen führen, andererseits echte Norite, mittel- bis kleinkörnige Gemenge von Anorthit und Bronzit oder Enstatit mit fehlendem oder doch ganz untergeordnetem Gehalt an Olivin, Gesteine, welche von Streng als Protobastitfels beschrieben worden sind. Nach Beobachtungen, welche E. Kayser gelegentlich der geologischen Specialaufnahme der Gegend von Harzburg 1875 gemacht hat, ist das Vorkommen der Norite an das Auftreten der bekannten schönen Serpentin (Olivin)-Bastit (Bronzit)-Gesteine, den sogen. Schillerfels (Harzburgit Rosenbusch) gebunden, in der Weise, dass verhältnissmässig schmale, aber weithin fortsetzende Züge des letzteren von dem ersteren eingefasst werden. Derartige wohl als Schlierenbildungen aufzufassende basischere Gesteine durchsetzen in mehreren parallelen Zügen mit einem Streichen, welches dem Generalstreichen der Schichten entspricht (hör. 3), die Gabbromassen gewöhnlicher Zusammensetzung an der Baste und am Radauer Berg. Nordöstlich der Radau, in dem ausgedehnten Gabbrocomplex des Winter- und Ettersberges, sind sie dagegen bisher nicht beobachtet worden.