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Ueber das rheinische Unterdevon und die Stellung des "Hercyn".

Frech, Fritz

Kurzfassung

Einleitung. Die Unklarheit, welche in den verbreitetsten Lehrbüchern über Gliederung und Entwicklung des rheinischen Unterdevon herrscht, dürfte den nachfolgenden Versuch rechtfertigen. Derselbe kann selbstverständlich nichts Abschliessendes geben; eine erschöpfende Kenntniss dieser schwer zu überblickenden Bildungen wird erst von dem weiteren Fortschreiten der Arbeiten der königl. geologischen Landesanstalt zu erwarten sein. Bisher bildeten der Mangel unzweideutiger Profile und die Schwierigkeit, die verschiedenen räumlich von einander entfernten Fossil-Fundorte mit einander in Verbindung zu setzen, erhebliche Hindernisse für den Fortschritt der geologischen Erkenntniss. Eine erschöpfende monographische Darstellung der gesammten Geologie des Unterdevon wird nicht beabsichtigt; die ungezählten, darauf bezüglichen Litteratur-Notizen sind von Rauff in überaus vollständiger Weise gesammelt worden. Die kritische Darlegung der wichtigsten Thatsachen, welche auf Gliederung, Versteinerungsführung und Faciesentwicklung des rheinischen Unterdevon Bezug haben, bildet die Hauptaufgabe der vorliegenden Arbeit. In einem zweiten Theil soll das Verhältniss des "historischen Unterdevon" zu dem sogenannten Hercyn erörtert werden. Die wesentlichste Anregung hierzu gab das Erscheinen eines höchst wichtigen Werkes von Charles Barrois über die unterdevonische Fauna von Erbray (Loire Inférieure). Die unmittelbare Veranlassung zu der nachfolgenden Studie bildete die bei der Bearbeitung der devonischen Aviculiden gemachte Wahrnehmung, dass eine Anzahl derselben brauchbare Leitfossilien der von C. Koch und E. Kayser unterschiedenen Schichtengruppen sind.