Original paper

Die zerquetschten Geschiebe und die nähere Bestimmung der Groninger Moränen-Ablagerung.

Van Calker, F. J. P.

Kurzfassung

In den Jahren 1879-82 gelang es mir, wie den geehrten Lesern dieser Zeitschrift erinnerlich sein dürfte, bei Aufschlüssen, welche eine Kanalgrabung und die Anlage städtischer Promenaden in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Groningen boten, Beweise dafür aufzufinden, dass die Glacialtheorie auch für diese Gegend Geltung habe, dass also auch dieser Theil der Niederlande in der Eiszeit vergletschert war. Zu den Erscheinungen, welche von mir damals als Wirkung des Gletscherdruckes erklärt und somit als Beweise einer ehemaligen Eisbedeckung angeführt wurden, gehört auch das Vorkommen von Geschieben (l. c., p. 727), welche durch mehr oder weniger klaffende Sprünge in zwei oder mehr Stücke getheilt sind, die aber doch durch Cämentverkittung fest zusammen gehalten werden und meist ebenso mit anderen Geschieben und Sand zu Conglomeratbrocken vereinigt sind. Solche "zerquetschte Geschiebe", "zerdrückte Geschiebe", "Quetschsteine", "Individual-Breccien" Meyn's waren schon früher an mehreren Orten entweder einzeln, wie bei Schobüll in Schleswig-Holstein, oder als Bestandtheile breccienartiger Conglomerate, wie bei Jever, Barlage, Löningen, Benstrup im Oldenburgischen und auch bei Groningen, gefunden worden; sie wurden schon öfter beschrieben und auf verschiedene Weise zu erklären versucht. Es erscheint mir überflüssig, dies hier aufs Neue zu wiederholen, und namentlich kann, was das hiesige Vorkommen bei der Stadt Groningen betrifft, um so mehr auf meine frühere Beschreibung verwiesen werden, als seitdem durch keine neuen Aufschlüsse zerquetschte Geschiebe hier zu Tage gefördert worden sind, und ich daher auch keine neuen Anschauungen darüber gewonnen habe. Zu diesen Zeilen sehe ich mich lediglich dadurch veranlasst, dass diese Gebilde durch die jüngsten darauf bezüglichen Mittheilungen Martin's und Zeise's von Neuem Interesse erhalten haben.