Original paper

Ueber Graphitgänge in zersetztem Gneiss (Laterit) von Ceylon.

Walther, Johannes

Kurzfassung

Der Graphit bildet den wichtigsten mineralischen Exportartikel Ceylons, und es ist daher umso mehr zu verwundern, dass über das geologische Auftreten desselben bisher keine genauen Mittheilungen vorliegen. Die statistischen und nationalökonomischen Verhältnisse des ceylonischen Graphites wurden durch A. M. Fergusson, den Verfasser des grossen "Directory of Ceylon" 1887 in sehr ausführlicher Weise zusammengestellt und in der Royal Asiatic Society, Ceylon Brauch, vorgetragen, über die mineralogische Beschaffenheit des Ceylon-Graphites verdanken wir F. Sandberger werthvolle Untersuchungen, und kleinere Bemerkungen über das Mineral sind in der Literatur zerstreut. Schon der letzte König von Kändy soll Graphit exportirt haben, der holländische Gouverneur Ryklof Van Goens berichtet im Jahre 1675 von Graphitadern in den Hügeln des Flachlandes, Robert Knox erwähnt solche 1681, und der skandinavische Naturforscher Thunberg schreibt 1777 darüber. Die wichtigste Grube in Kurungala gehört De Mel und liegt am Fusse des Polgolahügels, welcher fast ganz aus Graphit bestehen soll (?); der Schacht ist 450 Fuss tief. In der Nähe hat W. A. Fernando in einem höheren Niveau eine Mine von 330 Fuss Tiefe angelegt. Die wichtigsten anderen Minen liegen im Kalturadistrikt. Nach den weiteren Mittheilungen A. M. Fergusson's streichen die Graphitadern in der Westprovinz S-N, in dem Kurungaladistrikt O-W. Aus der Arbeit F. Sandberger's entnehme ich folgende physiographische und chemische Thatsachen: Der Graphit ist grossblätterig oder stengelig, und umhüllt Kerne von Quarz, Orthoklas, strahliger Hornblende, @Glimmer, Apatit, Eisenkies, verwittertem Andesin und chlorithaltigem Kaolin. Besonders interessant ist der Nachweis vieler farbloser Rutilnadeln und nadelförmiger Pseudomorphosen von Titaneisen, welche die Masse des Graphits durchsetzen.