Original paper

Mineralogisch-Geologisches aus Tarapacá in Chile.

Ochsenius, Carl

Kurzfassung

Nach Mittheilungen, die Dr. H. Schulze, Professor der Geologie an der Universität zu Santiago de Chile, dem dortigen wissenschaftlichen Deutschen Verein gemacht hat, findet sich in den ausgedehnten Sulphatlagern der Umgebung der Cerros pintados ("bemalte Hügel") in der Salpeter - Provinz Tarapacá auch eine 0,5-6 m mächtige Schicht von reinem Bloedit (Astrakanit), welche, soweit bis jetzt erkennbar, sich an 500 m lang in einer Breite von 10-40 m nur 1-2 m unter der Erdoberfläche hinzieht. Das Salz ist durch eine Spur Kobalt röthlich gefärbt und wahrscheinlich durchaus derb zur Ablagerung gelangt. Dort kommt auch Tamarugit (Na2SO4, Al2S3O12, 12 H2O) als massiges Salz unter anderen Alaunarten vor. Dieser neue (man könnte sagen halb entwässerte Natron-) Alaun ist farblos, glasglänzend und von breitstrahliger Structur mit bis 25 cm langen, leicht gekrümmten Strahlen, ohne bisher beobachtete freie Krystallflächen. Neben Tamarugit tritt da auch der Pickeringit (MgSO4, Al2 S3 O12, 22 H2O) als schönstes der Tarapacá - Mineralien auf. Seine völlig geraden, unmessbar feinen und bis zu 40 cm langen Fasern besitzen den ausgezeichnetsten Seidenglanz, den man nur je bei einem Minerale beobachtet. Alle drei Salze besitzen einen geringen Kobaltgehalt, der sich beim Pickeringit durch die rosenrothe Färbung verräth, die compactere Stücke in der Faserrichtung zeigen. Hydroboracit wird dicht neben den Alaun - Ablagerungen gegraben.