Original paper

Beobachtungen an Sigillarien von Wettin und Umgegend mit, weiche sich besonders auf die Stellung der Leiodermarien beziehen.

Weiss

Kurzfassung

Anknüpfend an seine Mittheilungen (diese Zeitschr, 1888, S. 565) über das Vorkommen einer fortlaufenden Reihe von Formen der Wettiner Steinkohlengrube, welche die Sigillaria spinulosa mit Sig. Brardi eng verbinden (wir können hinzufügen, auch weiter mit Sig. Menardi), so dass keine scharf begrenzten Formen zwischen ihnen bestehen bleiben, zeigte jetzt der Vortragende ein der Universitätssammlung in Halle gehöriges Stück vor, welches Leiodermarien-Oberfläche mit Cancellaten-Oberfläche gleichzeitig verbindet. Es ist ein Stück eines dickeren Stammes, welches ein wenig zusammengedrückt, auf beiden Seiten ziemlich gut erhalten ist. Die eine Seite ist durchaus gleichmässig Cancellaten-Form, aber Steinkern und bietet nur die Ansicht der entrindeten Oberfläche, wenn auch ganz charakteristisch für Sig. Brardi, mit querrhombischen Feldern. Blattnarbenspuren mit den Närbchen, welliger Längsstreifung ähnlich Holzstreifung. Die andere Seite des Stückes zeigt noch zum Theil die mit dünner Kohlenrinde bedeckte äussere Oberfläche, im Uebrigen ebenfalls den Steinkern. Sie hat keine Cancellaten- sondern echte Leiodermarien-Structur, wie S. spinulosa und deren nächst stehende Formen mit rissiger Längsrunzelung, Punktirung der Oberfläche, ganz verschieden von der Oberfläche einer S. Brardi. Die z. Th. wohl erhaltenen Blattnarben sind genau von der Form wie bei S. spinulosa etc. Dieselben scheinen auf der Leiodermarien-Seite weiter aus einander gerückt zu stehen als auf der Cancellatenseite, doch ist dies Täuschung, man misst die gleichen Entfernungen auf beiden Seiten. Dieser Fall ist entschieden nicht so zu erklären, dass der Gebirgsdruck auf der einen Seite des Stammes die Cancellaten-Furchen ausgeebnet und so eine scheinbare Leiodermarien-Oberfläche hergestellt habe. Dies ergiebt sich aus der sonstigen, oben angegebenen Verschiedenheit der Oberflächen der beiden Seiten, sowie daraus, dass hier wie in sehr vielen anderen Fällen die Abplattung des liegend eingebetteten Stammes nur auf den geringen Druck der eigenen erweichten Masse und des bedeckenden Schlammes zurückzuführen ist, also mehr in einem Zusammenfallen besteht, als in irgend bedeutender äusserer Pressung. Daher erhält sich auch die Form in solchen Fällen sehr gut.