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Die Diabas-Schiefer des Taunus.

Milch, Louis

Kurzfassung

In der hoch-krystallinen Zone der sogenannten Sericit-Gneisse und Phyllite, die dem südlichsten Quarzitzuge vorgelagert ist, treten im rechtsrheinischen Taunus wie in seiner linksrheinischen Fortsetzung, dem Soonwalde, den übrigen Gesteinen concordant eingelagert, grüne schiefrige Gesteine auf. In der Literatur begegnen wir solchen Schiefern zum ersten Male bei Stifft in seiner "Geognostischen Beschreibung des Herzogthums Nassau", wo "ein dichtes Chloritgestein mit Quarz- und Kalkspathadern, auch in seinem Teige kohlensaure Kalkerde enthaltend" erwähnt wird. Auch die übrigen makroskopisch bemerkbaren Componenten werden angegeben: "Mit dem Kalkspath und Quarz erscheint bisweilen auch Magneteisen". Als Verbreitungsgebiet wird die Gegend von Oberjosbach bis Falkenstein bezeichnet. In den späteren Werken werden diese Gesteine weniger beachtet; Dumont erwähnt sie als Analogon zu seinem linksrheinischen "aphanite chloritifère". Wir treffen sie als einen Theil der "grünen Schiefer" und als "Talkschiefer" bei List in seiner "Chemisch-mineralogischen Untersuchung der Taunusschiefer" und sie wurden schliesslich auf den geologischen Specialkarten der preussischen geologischen Landesanstalt durch Carl Koch scharf von ähnlichen Gesteinen getrennt und "Hornblende-@Scricitschiefer" genannt. Weit lebhafter discutirt sind in der Literatur die Soonwalder Vorkommen; der Grund liegt wohl in den besseren Aufschlüssen, sowie in der theilweise wenigstens gröber körnigen Ausbildung, die in vielen Fällen schon das unbewaffnete Auge deutliche Augitkrystalle erkennen lässt.