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Beiträge zur Geologie der Insel Capri und der Halbinsel Sorrent.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Die folgenden Untersuchungen sind das Resultat eines zweijährigen Winteraufenthalts am Golf von Neapel. Ein von der Zoologischen Station aus unternommener Ausflug nach Capri lehrte mich die Insel zuerst kennen und die Fülle interessanter Einzelheiten, auf welche ich stiess, veranlasste mich, meinen Aufenthalt wesentlich zu verlängern und dem Gedanken einer geologischen Beschreibung näher zu treten. Als ich im Sommer 1888 mit dem von mir gesammelten Materiale und meinen Notizen nach München zurückkehrte, stellte sich bald heraus, dass dasselbe nicht entfernt genügte, um meiner Aufgabe auch nur annähernd gerecht zu werden, dass insbesondere eine Trennung des durch die Elipsactinia angezeigten Tithons und der Rudisten-Schichten der unteren Kreide so zur Unmöglichkeit wurde. Ich beschloss daher, im folgenden Winter zurückzukehren und meine Untersuchungen auch auf die Sorrentiner Halbinsel auszudehnen. In Folge der liebenswürdigen Unterstützung, welche mir von Seiten der italienischen Geologen, insbesondere durch Herrn Prof. Dr. Bassani in Neapel und durch den Chef-Ingenieur der dortigen Aufnahme des R. Ufficio Geologico, Herrn Luigi Baldacci, zu Theil geworden, ist mir meine Aufgabe bis zu einem gewissen Grade gelungen; beiden Herren spreche ich hierdurch meinen verbindlichsten, aufrichtigsten Dank aus. Wie weit meine Arbeiten im Stande gewesen sind, Klarheit über die zum Theil verwickelten Verhältnisse zu verbreiten, darüber stelle ich die Entscheidung meinen Lesern anheim! Herr Dr. Karl Sapper, jetzt in Guatemala, stand mir im ersten Jahre bei der geologischen Aufnahme des Gebiets werkthätig zur Seite; Herr Dr. Pergens in Maeseyck (Belgien) bestimmte die im Macigno gefundenen Bryozoen, Herr Dr. Finkelstein in Leipzig die aus den Caprenser Tuffen gesammelten Bomben und Auswürflinge. Herr Prof. M. Canavari in Pisa endlich unterzog mein Material an Elipsactinien einer kritischen Durchsicht, und dasselbe that Herr Prof. G. Bohm in Freiburg mit den Bivalven-Resten.