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Mineralien und Gesteine ans dem hessischen Hinterland II.

Brauns, Reinhard

Kurzfassung

3. Diabas mit geflossener Oberfläche (Strick- oder Gekröselava) von Quotshausen. Auf der Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft @zn Bonn 1887 legte Herr Dr. Denckmann Proben von der Oberfläche eines Diabases mit Abkühlungs-Erscheinungen vor. welche der hangenden Contactfläche eines Diabases mit umgewandelten Culmschiefern, etwa 100 m südlich der Herborn-Seelbacher Mühle bei Herborn entstammen. Die Oberfläche dieses Diabases zeigte ganz dieselben wulstigknorrigen und wulstig-tauförmigen Flusserscheinungen, wie sie Herr Streng in derselben Sitzung von den Londorfer Doleriten vorgelegt hatte, und wie sie an recenten Lavaströmen des Vesuvs in ganz besonderer Schönheit zu sehen sind. Eine mikroskopische Untersuchung der schlackigen Oberfläche ist damals nicht vorgenommen, weil der Diabas an der Aussenfläche zu stark verwittert war; weiter nach dem Innern zu erwies sich das Gestein nach meiner Beobachtung als ein stark verwitterter Feldspath-Diabas. In derselben Sitzung theilte Denckmann mit, dass auch Herr Holzapfel, nachdem er mit Herrn Kayser und ihm die erwähnte Fundstelle besucht hatte, ganz ähnliche Flusserscheinungen an Diabas im Feldbacher Wäldchen bei Dillenburg beobachtet habe. Gleichwohl galt damals die Erscheinung noch als eine seltene, und es war kaum zu hoffen, sie häufiger und in besserem Erhaltungszustand aufzufinden, da nur besonders günstige Umstände die Erhaltung ermöglicht zu haben schienen. Um so freudiger war ich überrascht, als ich im vorigen Jahre bei Quotshausen einen Diabas mit geflossener Oberfläche fand, so schön und so gut erhalten, dass er in einzelnen Stücken mit den recenten Vesuvlaven einen Vergleich nicht zu scheuen braucht, und noch frisch genug, dass er auch zu mikroskopischer Untersuchung geeignet ist.