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Ueber Hyolithus inaequistriatus Rem.

Remelé, Ad.

Kurzfassung

In dem mir am 12. d. M. zugegangenen 1. Heft dieses Jahrgangs, p. 79 u. 80, hat Herr E. Koken in einem "Die Hyolithen der silurischen Geschiebe" überschriebenen Aufsatz den längst veralteten Namen Pugiunculus (Hyolithus) vaginati Quenst. aufgegriffen und auf die Art übertragen, welche ich im vorigen Jahrgang, p. 670, als Hyolithus inaequistriatus nov. sp. beschrieben habe. In jenem Aufsatz selbst wird bemerkt, dass Quenstedt die im Berliner Museum befindlichen Hyolithen-Steinkerne aus Geschieben von Orthoceren-Kalk als Pugiunculus vaginati "zusammengefasst" habe. Schon damit ist eigentlich gesagt, dass er nicht eine einzelne Species so benannt hat. Dass aber meine neue Art dieser Benennung nicht untergelegt werden kann, ergiebt sich aus den nachstehenden thatsächlichen Bemerkungen. A. a. O. habe ich, im Gegensatz zu Hyolithus acutus Eichw., die von mir aufgestellte Art wie folgt charakterisirt: sie ist i. G. etwas kleiner, in der Längsrichtung nur schwach, mitunter selbst nicht in merklicher Weise gekrümmt (s. Fig. 1), hat dabei eine flachere Convexseite und schärfere (s. Fig. 2. a, b u. c) sowie schneller nach der Spitze zu convergirende Seitenränder, vor Allem aber zeichnet sie sich aus durch eine eigenthümliche Oberflächensculptur, indem die ganze Schale mit scharf ausgeprägten Längsstreifen von ungleicher Stärke bedeckt ist u. s. w. Dagegen giebt Quenstedt für Pugiunculus vaginati wörtlich gleichlautend in allen 3 Auflagen seines Handbuchs der Petrefacteukunde die folgende, auch von Herrn Koken citirte Diagnose: "Ich habe einen P. Vaginati ... aus den Vaginatenkalken der Kalkgeschiebe von Sorau abgebildet. Er scheint feine concentrische Streifen zu haben, wird über 2'' lang, 8''' breit, der Lippensaum der convexen Seite ragt etwas weiter hinaus, als der der concaven, im Umrisse bleibt jedoch die convexe Seite flacher, als die concave."