Original paper

Ueber Antliodus und andere Fischreste aus dem oberen russischen Bergkalk.

Trautschold, H.

Kurzfassung

Zu den Petalodontidae, einer Familie rochenartiger Fische, gehört unzweifelhaft das Bruchstück eines Zahnes, das aus den Steinbrüchen von Mjatschkowa stammt. Es ist kein echter Petalodus, da dem Zahne die Wurzel, der Kiel und auch die Schmelzfalten fehlen, und es kann nach den Beschreibungen und Abbildungen von Newberry und Worthen zu urtheilen (Geol. survey of Illinois, II, p. 33, t. 2, 3), mit Vorbehalt nur der Gattung Antliodus Newb. u. W. zugestellt werden. Die Urheber der Gattung Antliodus charakterisiren dieselbe wie folgt: Zähne quer elliptisch, zusammengedrückt, Krone convex-concav, ähnlich Petalodus, Wurzel kurz oder verkümmert, was vollkommen zu dem vorliegenden Zahne stimmt. Von den durch Newberry u. Worthen geschilderten Arten unterscheidet sich jedoch unser Zahn wesentlich durch Abwesenheit jedes Kiels und der Schmelzfalten, wodurch die Form des Profils eine verschiedene wird. Der Zahn von Mjatschkowa ist einfach convex-concav ohne jeden Vorsprung auf der Aussenseite, wie ihn alle von Newberry u. Worthen abgebildeten Arten zeigen, doch dürfte dieser Unterschied nicht genügen, um ihn von der Gattung Antliodus zu trennen, da er eine starke Abnutzung zeigt, die sich sogar auf den Schmelz der Krone erstreckt, und da nur ein einziges Exemplar vorhanden ist. Die Abnutzung hat andererseits den Vortheil, dass das innere Gewebe des Zahnes deutlicher hervortritt, und dass die Zeichnung desselben bei mehrmaliger Vergrösserung ermöglicht ist. Die Abnutzung hat, ohne Rauhigkeit der Oberfläche verursacht zu haben, dergestalt die Structur blossgelegt, dass, abgesehen von der Schneide, sechs Schichten der Zahnsubstanz deutlich erkennbar sind.