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Ueber die Verbreitung der Crinoiden-Schichten im Muschelkalk Vorarlbergs.

Eck

Kurzfassung

Versteinerungen aus Vorarlberger Muschelkalk sind bisher nur in geringer Zahl und von wenigen Punkten hauptsächlich aus der näheren Umgebung der Scesa plana bekannt geworden. Hier beobachtete Herr v. Richthofen in den von ihm als Virgloriakalk bezeichneten Gesteinen an einem vom "Virgloriapass" gegen die Alpe Palüd hinab gelegenen Punkte eine an Spirigera trigonella Schl. sp. sehr reiche Schicht, und bei der Gamperton-Alpe einige sehr dünne und ebenflächige Platten, bedeckt mit Stielgliedern von Crinoiden, "unter denen der Typus des Dadocrinus gracilis Buch sp. leicht zu erkennen" sei. Sodann sah Theobald am Virgloriapass selbst besonders in einer hellfarbigen, oolithischen Schicht am südlichen Abhang Spirigera trigonella, Rhynchonella (decurtata?), Dadocrinus gracilis, Herr Benecke wenige Schritte von der Virgloriapasshöne nach Gamperton zu in einer "mauerartig hervorragenden Schicht" einige kleine, von Crinoiden-Stielgliedern erfüllte Bänke, worin Entrochus cf. Encrinus gracilis, Entrochus cf. Encrinus pentactinus, Spirigera trigonella Schl. sp. und Rhynchonella decurtata Gir. sp. gesammelt wurden, und verfolgte diese Crinoiden-Schicht einerseits nach dem Gampertonthale hinunter, andererseits nach der Alpe Palüd, wo die Brachiopoden gleichfalls aufgefunden wurden, und zwar in einer Bank, unter welcher "noch eine beträchtliche Reihe von Kalkbänken" aufgeschlossen ist. Auch Herr v. Mojsisovics bestätigte die Beobachtung des Herrn Benecke, "dass die Fossilien, welche als den Virgloriakalk bezeichnend angeführt würden, eigentlich nur einer einzigen, aus Crinoiden-Stielgliedern zusammengesetzten Bank eigenthümlich sind". Es war bis vor Kurzem angenommen worden, dass diese Crinoiden-Schicht im westlichen Theile des Rhätikon (Saminathal, Gampertonthal) allenthalben, nicht mehr dagegen im Osten von Palüd vorhanden sei.