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Über die verschiedene Bildungsweise einiger Handelssorten des baltischen Bernsteins.

Conwentz

Kurzfassung

Der Succinit ist seiner Zeit als dünnflüssiges, klares Harz auf mehrfache Weise im Holze und in der Rinde der baltischen Bernsteinbäume entstanden. Durch Verwundungen aller Art, wie sie an Bäumen in jedem Urwalde oft und zahlreich vorkommen, gelangte das Harz schon in frischem Zustande nach aussen. Dabei vermischte es sich oft mit dem Inhalt der verletzten lebenden Zellen und erhielt hierdurch ein trüberes Aussehen und eine zähere Beschaffenheit. So quoll es in Form von Knollen, Tropfen und ähnlichen Gebilden aus Astlöchern und aus anderen wunden Stellen hervor. Wenn die Sonnenwärme auf die zu Tage getretenen Harzmassen einwirkte, so fand ein Umschmelzen derselben statt, in Folge wovon die Flüssigkeitseinschlüsse mehr oder weniger schwanden. Nun ergoss sich das umgeschmolzene, klare Harz oft in freihängenden Zapfen oder auch in breiten Partieen, den sogen. Schlauben, welche dem Baume anlagen. In beiden Fällen erfolgten mehrere Flüsse nach- und über einander, sodass die Zapfen eine concentrisch schalige und die Schlauben eine blätterige Structur annahmen. Wenn nun, während des Flusses oder zwischen zwei auf einander folgenden Flüssen, Insecten oder andere kleine Thiere anflogen und kleben blieben, so wurden sie durch das nachfliessende Harz eingeschlossen und lebendig begraben. In ähnlicher Weise sind auch die Pflanzen und Pflanzentheile, welche der Wind dort antrieb, festgehalten und in einen durchsichtigen Sarg gebettet, der noch heute ihre Hülle deutlich erkennen lässt.