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Über die "Goldlagerstätten in Deutsch Südwest-Afrika".

Gürich, Georg

Kurzfassung

Nach, einer Einleitung über die Geschichte der Goldfunde wurden die einzelnen Vorkommen aufgezählt. Die "Ussab Gold Mine" liegt an einer Felsenhöhe am rechten Ufer des Schwachaub, ca. 50 km nordöstlich von Walfischbai; das vorherrschende Gestein ist ein gewöhnlicher Biotitgneiss von steilem, östlichem Einfallen. Auf der Höhe enthält derselbe eine Einlagerung von Granatfels und eine solche von krystallinischem Kalk. An dem Westhang der Höhe sieht man grüne Streifen, wohl in derselben Zone, aber nicht genau in demselben Horizonte des Gneisses, in nord - südlicher Richtung mehrfach sich wiederholen. Es sind dies mehrere, bis 100 m lange Einlagerungen von Kupferkies und Buntkupfererz, von meist nur sehr geringer Stärke, kaum 1 cm stark. Im Ausgehenden sind die Kiese zersetzt und veranlassen jenen ausgedehnten grünen Kupferanflug, der die Lagerstätte bedeutender erscheinen lässt als sie wirklich ist. In einer dieser Einlagerungen war an einer etwas quarzreichen Partie des Gneisses sichtbares Gold in kleinen Flimmerchen in Malachit und Kieselkupfer aufgefunden worden. Trotz vorgenommener bergmännischer Arbeiten konnten nicht einmal durch die Analyse in dem bezeichneten Gestein noch Spuren von Gold nachgewiesen werden. Es war augenscheinlich der ganze Vorrath sichtbaren Goldes durch die flachen Schürfarbeiten der Finder vollständig hinweg geräumt. Ganz ähnliche Verhältnisse herrschen in einer zweiten vom Vortragenden besuchten "Goldmine" am oberen Aïb, am Nordwestabhange des Chuosgebirges. Hier konnten bei einigen flachen Schürfungen mehrere Handstücke mit sichtbarem Golde aufgefunden werden; fein vertheiltes Gold war im Gestein nicht enthalten. Etwas anderer Art ist das Vorkommen des Goldes an der "Pot Mine" auf einer Insel im Schwachaubbette, 35 km unterhalb Otyimbinguc.