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Ueber Obere Kreide-Bildungen an der hinterpommerschen Ostseeküste.

Krause, Aurel

Kurzfassung

Von der Odermündung bei Dievenow zieht sich der Ostseestrand fast geradlinig und ununterbrochen in ostnordöstlicher Richtung bis zur Regamündung hin. Während anfangs Dünenbildungen das Diluvium grösstentheils verdecken, und dasselbe nur hin und wieder in einzelnen Abstürzen an den Rändern von Schluchten oder als ein niedriger Küstenwall erscheint, tritt es weiter ostwärts in der Nähe von Pustow als zusammenhängendes Steilufer von durchschnittlich 15-20 m Höhe auf, welches sich, nur von wenigen Schluchten unterbrochen, eine Meile weit bis nach Klein-Horst hin erstreckt. Ein schmaler, mit Geschieben bedeckter Vorstrand trennt dieses Steilufer vom Meere, dessen Brandungswellen bei starken nördlichen Winden seinen Fuss unmittelbar bespülen und ein Stück nach dem andern von ihm abreissen, sodass der schmale Fusspfad, der auf der Höhe meist hart am Absturze führt, alljährlich bald hier, bald da landeinwärts verlegt werden muss. Bekannt ist das Schicksal der alten Kirche von Hoff; die dem Verfall anheimgegebene Ruine ist jetzt kaum noch einen Fuss breit vom Rande des Steilabfalles entfernt. Auch der Leuchtthurm von Klein - Horst hat durch kostspielige Uferbauten geschützt werden müssen, um nicht einem ähnlichen Schicksal zu verfallen. Dieser Leuchtthurm steht nahe dem westlichen Ende des Steilufers, welches sich hier noch bis zu einer Höhe von 22 m über dem Meeresspiegel erhebt. Weiter nach Westen, bis zur Regamündung und über dieselbe hinaus, begrenzen wieder Dünenbildungen den Strand. Landeinwärts wird die eben beschriebene Küstenstrecke durch ein breites Bruch abgeschieden, das Cammin-Treptower Bruch, welches von verschiedenen Seiten als ein ehemaliger versumpfter Oderarm angesprochen worden ist, und von dem sich eine Fortsetzung über den Kamper See hinaus bis nach Kolberg erstreckt.