Original paper

Ueber vermeintliche Dendrodonten.

Trautschold, H.

Kurzfassung

Vor Kurzem ist über die "Dendrodonten des devonischen Systems in Russland" eine eingehende vergleichend anatomische Studie des Dr. med. Rohon erschienen (Mém. de l'acad. de St. Pétersbourg, VII, t. 36, No. 14, 1889), welche, auf vorzüglich erhaltenes Material gegründet, weiteres Licht über diese interessante Familie paläozoischer Fische verbreitet. Die Schrift ist für mich persönlich um so anregender, als ich selbst zwei Mal den Ort, von welchem die meisten der von Dr. Rohon beschriebenen Dendrodonten-Reste stammen (Juchora am Sjass), besucht habe, und die dort gesammelten Fischreste schon mehrmals Anlass zu kleinen Mittheilungen von mir gegeben haben. Resultat der Untersuchungen des Dr. Rohon ist, dass die Dendrodonten nicht, wie bisher angenommen, zu den Ganoiden, sondern zu den Dipnoërn gezählt werden müssen. Ungeachtet der äusserst sorgfältigen Behandlung des Stoffes durch Dr. Rohon giebt es doch einige Punkte in seiner höchst verdienstlichen, mühevollen Arbeit, die der weiteren Klärung bedürftig scheinen, und da auch in meiner Sammlung sich einiges, wenn auch kärgliches Material befindet, was möglicher Weise zu grösserer Bestimmtheit in der Deutung der Körpertheile der Dendrodonten führen könnte, so erlaube ich mir an der Hand desselben einige Zweifel zu beseitigen und das als neu Befundene darzulegen. In der Besprechung der verschiedenen Körpertheile der Dendrodonten folge ich der von Dr. Rohon beobachteten Reihenfolge. Die Schuppen: Die der Beschreibung des genannten Herrn zu Grunde liegenden Schuppen von Dendrodus stammen von dem Flusse Aa und von Neuhausen in Livland. Die im Museum des Petersburger Berg-Instituts von diesen Oertlichkeiten herrührenden Schuppen waren von Prof. v. Möller als Dendrodus-Schuppen bestimmt. Es muss auffallen, dass von den genannten Orten noch nicht Theile des Kopfes entdeckt sind, die doch viel widerstandsfähiger sind als jene Schuppen.