Original paper

Ueber einige seltenere Petrefacten aus Muschelkalk.

Picard, K.

Kurzfassung

1. Ceratites antecedens Beyrich im Unteren Muschelkalk bei Sondershausen. In der 3. Schaumkalkschicht (gamma) der oberen Abtheilung des Wellenkalkes auf dem "Grossen Totenberge" bei Sondershausen fand ich neuerdings zwei Bruchstücke eines Cephalopoden der Binodosus-Gruppe, welcher wohl zu der in der Ueberschrift genannten, von Herrn Beyrich aufgestellten Art gehören dürfte. Ich erwähne dieses Vorkommen, weil es meines Wissens eines der wenigen ist, deren Horizont mit völliger Bestimmtheit angegeben werden kann, und habe die Versteinerung abgebildet, da dieselbe einige Merkmale wahrnehmen lässt, welche an den bisher gefundenen Exemplaren anscheinend nicht oder nicht klar zu beobachten waren. Das Fig. 1 abgebildete Bruchstück scheint ein Theil der Wohnkammer zu sein, da keine Kammerabschnitte daran sichtbar sind. Der 27 mm lange Rand des Rückens trägt 5 zugespitzte Knoten, denen 2 dornige am inneren Rande der fast ganz Sachen Seite entsprechen, sodass auf 3 Knoten am Aussenrande einer am Innenrande kommt. Die von den Knoten ausgehenden unbedeutenden Anschwellungen der Schale verschwinden, bevor sie die Mitte der Schale erreichen. Der 9 mm breite, in der Mitte sanft gewölbte Rücken fällt zwischen je zwei Knoten zur Seitenfläche ab, ohne einen scharfen Band zu bilden. In derselben Weise fällt die Wohnkammer zur folgenden Windung ab. An dem Fig. 2-5 abgebildeten Exemplare sind fünf Umgänge sichtbar; die Hälfte des letzten ist theilweise zerstört; die Wohnkammer fehlt. Die Breite der vier letzten Windungen beträgt resp. 15, 4, 2, 11/2 mm; die erste bildet den Mittelpunkt mit einem Durchmesser von 1 mm.