Original paper

Beiträge zur Kenntniss des Unteren Muschelkalks bei Jena.

Liebetrau, Edmund

Kurzfassung

Die Umgegend Jena's ist vornehmlich von Muschelkalk beherrscht. Obgleich das Gebiet des Muschelkalks von zahlreichen und tiefen Thälern durchschnitten ist, erschwert die steile Böschung derselben eine eingehende Untersuchung ungemein. Dies gilt besonders vom Unteren Muschelkalk. Er ist durch das Werk der Naturkräfte vorzüglich aufgeschlossen worden, im Hauptthal der Saale selbst allerdings nur lückenhaft, da der durch ihn gebildete Steilabsturz, welcher in mehrere secundäre Glieder sich auflöst, hindernd entgegensteht. In den kleinen Nebenthälchen gestatten die Verhältnisse eine weit bessere Untersuchung; in hervorragender Weise gilt dies vom Rosenthal bei Zwätzen, aus welchem durch R. Wagner ein umfassendes Profil durch den unteren Muschelkalk bekannt geworden ist. Hauptsächlich wirken beim Aufbau des Unteren Muschelkalks Kalksteine, untergeordnet nur Mergel mit. Eine mikroskopisch-petrographische Untersuchung von sedimentären Gesteinen, namentlich von Kalksteinen, hat bedeutende Schwierigkeiten zu überwinden und scheint von vorn herein wenig zu versprechen. Darum geht man schon mit einem gewissen Zaudern hinzu. In den letzten Jahren hat sich aber auch dem Studium dieser Kategorie von Gesteinen die Aufmerksamkeit zugewendet. Schon frühere Arbeiten haben gelehrt, wie man bei dem Studium von Kalksteinen vorzugehen hat. Neuerdings sind weitere Fortschritte zu verzeichnen. J. G. Bornemann hat durch seine Arbeit, welche ein zusammenhängendes Profil am Hörselberg zum Gegenstand genommen hat, den directen Anlass gegeben, die von ihm angewandte Untersuchungsmethode auf die durch das Profil im Rosenthal zugänglich gewordenen Gesteine auszudehnen.