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Ueber einige Glossophoren aus Untersilur-Geschieben des norddeutschen Diluviums.

Remelé, Ad.

Kurzfassung

II. Theil. Bemerkungen über Hyolithus acutus Eichw. Bekanntlich hat Eichwald in der Schrift: "Ueber das silurische Schichtensystem in Esthland", St. Petersburg 1840, p. 97, den Gattungsnamen "Hyolithes" für gewisse, in den Silurschichten z. Th. häufig vorkommende, gekrümmte conische oder länglich zungenförmige Körper aufgestellt, über deren zoologische Stellung er indess fast nicht weniger im Unklaren war, als über die einige Seiten weiter erwähnten, zuerst von D'Archiac und De Verneuil den Pteropoden beigesellten Conularien, über welche Eichwald l. c. p. 102 bemerkt, dass diese Gattung "wohl nicht gut bei den Cephalopoden stehe, sondern wohl eher zu den Pflanzenthieren gehöre." Beide Gattungen sind hier immerhin, zugleich mit "Hemiceratites" etc., zwischen die Orthoceratiten und die Lituiten eingeschoben. Ueber "Hyoliihes" sagt nun Eichwald an der zuerst citirten Stelle Folgendes: "Ganz sonderbare Körper sind die von mir sogenannten Hyolithen; sie scheinen Steinkerne von Röhren zu sein, nur ist's mir nicht bekannt, von welchen Thierresten; es ist leicht möglich, dass sie zu Orthoceratiten-ähnlichen Gattungen gehörten. Diese Körper sind zungenförmig spitz-zulaufend, etwas flach gedrückt, aber an beiden flachen Seiten immer noch gewölbt genug, so dass sie vorzüglich nach der Grundfläche hin 41/2 Linien dick und dabei nur 61/2 Linien breit erscheinen; es gibt aber auch viel breitere und längere, die nur nicht so vollständig erhalten sind, als jene." Obwohl diese Beschreibung keineswegs das Prädikat der Genauigkeit verdient, genügt sie doch, um das fragliche Genus darin zu erkennen, und es war nach dem mitgetheilten Wortlaut nicht gerechtfertigt, dass Verneuil darin lediglich Steinkerne eines Orihoceren-Sipho glaubte erblicken zu dürfen -, eine Auffassung, welche seitdem von vielen Autoren, wie Bronn, Hall, Giebel, Pictet, Keferstein, sowie mit Fragezeichen auch in den "Fragmenta Silurica" von Angelin und Lindström, p. 2, übernommen oder reproducirt worden ist.