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Über einige märkische Diluvialgeschiebe.

Remelé, Ad.

Kurzfassung

1. Geschiebe von Backsteinkalk. Schon vor Längerem bin ich zu der Ansicht gelangt, dass man den bekannten, mit diesem Namen belegten Geschieben bei uns früher ein mehr oder weniger zu junges Alter beigelegt hat. Ich selbst auch habe in der "Festschrift f. d. 50jährige Jubelfeier der Forstakademie Eberswalde", 1880, p. 191, ihre organischen Ueberreste als denen des Macrourus-Kalks sehr nahestehend bezeichnet; dabei hatte ich die ausgelaugten Stücke des letzteren Gesteins, obwohl ich diese an derselben Steile, p. 205 u. 206, schon näher beschrieben und auf ihre grosse Aehnlichkeit mit dem Aussehen des Backsteinkalks hingewiesen hatte, noch nicht scharf genug von dem echten Backsteinkalk getrennt. In Wirklichkeit ist dieser letztere seinem Alter nach direct an den schwedischen Cystideen-Kalk anzureihen, resp. als gleich demselben folgend anzusehen -, eine Auffassung, der ich in meinem Geschiebe-Katalog von 1885, p. 18, durch die Bemerkung Ausdruck gegeben habe, dass der Backsteinkalk anscheinend der Itfer'schen, resp. der unteren Jewe'schen Schicht in Ehstland entspreche. Ich schloss dies aus gewissen hierorts gefundenen, charakteristischen Versteinerungen der vorgenannten Geschiebe-Art, wie Chasmops conicophthalmus Sars u. Boeck var., Cybele rex Nieszkowski, Orthoceras vertebrale Eichw., Caryocystites granatum Wahlenb. Weiterhin wurden hierbei zwei Backsteinkalk-Geschiebe aus Schonen in Betracht gezogen, welche ich 1884 im geognost. Museum der Universität zu Lund gesehen habe. Das eine derselben, von Näsbyholm, ist ein grösseres, ebenflächig und kantig begrenztes Stück mit einem Kern von unverändertem, schmutzig grünlich grauem, festem Kalkstein, völlig gleich dem märkischen Backsteinkalk, und enthält einen Abdruck von Echinosphaerites aurantium Gyllenhal sp.