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Zum mitteldevonischen Alter des Cephalopoden-Kalks bei Hasselfelde

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Der Vortragende ist nicht gesonnen, in die rein paläontologischen Auseinandersetzungen über den Werth der Einzelformen und Formengruppen der Hercyn-Fauna einzutreten. Mit Recht mag der Vergleich einer grösseren Anzahl nahe verwandter Faunen zu einem schärferen und klareren Urtheil über die Stellung der Hercyn-Schichten in der paläontologisch geordneten geologischen Zeitscala führen, als lediglich die Betrachtung der Fauna eines beschränkteren Gebietes, jedoch nur unter der Bedingung, dass dabei den Gliederungs- und Lagerungsverhältnissen, unter welchen die einzelnen Faunen auftreten, gebührend Rechnung getragen wird. Diese Bedingung hat nun aber Herr Frech nicht erfüllt, obwohl er selber einleitend sagt (a.a.O., p. 236), es sei "nicht zu verkennen, dass gerade die im Nachstehenden behandelten Fragen zu den schwierigsten gehören, welche die vergleichende Stratologie zu lösen hat". Ja er ist sich in diesen einleitenden Worten dieser Schwierigkeit so sehr bewusst, dass er geradezu fortfährt: "Die vorliegenden Betrachtungen berechtigen zu keiner endgültigen Entscheidung, und der Versuch einer solchen kann daher nur einen heuristischen Charakter tragen." Das hindert ihn dann aber nicht, im Schlusswort p. 250 als "gesichertes Ergebniss der vorstehenden Erörterungen" in Sperrschrift hervorzuheben, "dass die Cephalopoden-Schichten von Hlubocep, Hasselfelde, Wissenbach und Bicken dem Mitteldevon zuzurechnen sind", und diesen Worten als Anmerkung hinzuzufügen, "das Bild der geologischen Karte der näheren Umgebung von Hasselfelde dürfte auf Grund dieser abweichenden Altersbestimmung einige Aenderungen erfahren müssen."