Original paper

Ueber morphotropische Beziehungen zwischen anorganischen Sauerstoff- und Schwefelverbindungen.

Rinne, Fritz

Kurzfassung

Bei Gelegenheit der Beschreibung von Zinkitkrystallen wies Verfasser auf die Aehnlichkeit der Krystallformen des Zinkoxydes und der entsprechenden Schwefelverbindung, des Wrtzites, hin. Es sind diese beiden Substanzen nicht nur demselben Systeme angeh”rig und gleicherweise durch Hemimorphismus in Richtung der Verticalaxe ausgezeichnet, auch ihre Axenverh„ltnisse sind mit Leichtigkeit und ungezwungen auf einander zu beziehen, wie folgender Vergleich ergiebt: Zinkit, ZnO, hexagonal hemimorph, a: 1/2 c = 1 : 0,8109, Wrtzit, ZnS, hexagonal hemimorph, a: c = 1 : 0,8002. Die Aehnlichkeit der beiden Substanzen ist hiernach eine so grosse, dass im vorliegenden Falle von einem Isomorphismus zwischen diesen sich entsprechenden Sauerstoff- und Schwefelverbindungen gesprochen werden k”nnte. Da der Verdacht der Zuf„lligkeit indess bei Feststellung derartiger Beziehungen nicht ohne Weiteres ausgeschlossen bleibt, so ist eine weitere Prfung an der Hand anderer Beispiele, wenn m”glich auch aus andere Gruppen, angebracht, um N„heres ber die morphotropischen Verh„ltnisse von Sauerstoff und Schwefel bei anorganischen Substanzen zu erfahren. Unter den Mineralien sind nun sich entsprechende Sauerstoff- und Schwefelverbindungen keine Seltenheit. Hierher geh”rige, knstlich dargestellte Substanzen fllen die noch bleibenden Lcken zum Theil aus. Im Folgenden soll eine Prfung der thats„chlichen Verh„ltnisse versucht werden, und zwar seien zun„chst die nach der Formel M2 R3 aufgebauten Sauerstoff- und Schwefelverbindungen betrachtet.