Original paper

Ueber die systematische Stellung und über fossile Beste der Gattung Pristiophorus.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Die von Mller und Henle aufgestellte Gattung Pristiophorus umfasst sehr eigenthmlich differenzirte Formen von Selachiern. Die wenigen bisher bekannten Arten stehen einander so nahe, dass der Gattungsbegriff sehr eng und scharf umgrenzt ist. Fossile Reste dieser Gattung waren bisher nicht bekannt mit Ausnahme eines schlecht erhaltenen Wirbel-Fragments, welches von Hasse deshalb auf Pristiophorus bezogen wurde, weil es zu keiner anderen Form Beziehungen bot. Das Interesse, welches Pristiophorus wegen seiner eigenartigen Entwicklung beanspruchen darf, steht in einem auffallenden Gegensatz zu der Kenntniss, welche wir von dem anatomischen Bau und der systematischen Stellung dieser Gattung besitzen. Der Umstand, dass die wenigen lebenden Arten bisher nur vereinzelt an den australischen und japanischen Inseln gefangen wurden, und deshalb nur selten Exemplare in die Museen gelangten, mag die Ursache sein, dass noch kein Forscher sich eingehender mit denselben besch„ftigt hat. Die Literatur ber Pristiophorus beschr„nkt sich fast ganz auf gelegentliche Mittheilungen. Latham beschrieb zuerst ein Exemplar von P. cirratus als besondere Art von Pristis und gab eine mangelhafte Abbildung desselben, bei welcher z. B. nur 4 Kiemenspalten angegeben sind. Die folgenden Angaben von LacepŠde, der ihn unter dem Namen Squalus anisodon, und Shaw, der ihn als Squalus tentaculatus anfhrt, beschr„nken sich auf den Hinweis, dass Pristiophorus eine sehr eigenthmliche Form sei. Einige Bemerkungen ber die systematische Stellung der Gattung finde ich bei Mller und Henle (l. c., p. IX u. p. 97).