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Ueber die Altersfolge der Sedimentformationen in Griechenland.

Philippson, Alfred

Kurzfassung

Unsere Kenntniss des geologischen Baues Griechenlands beruht bisher im Wesentlichen auf zwei grundlegenden Werken: der Expedition scientifique de Mor‚e. Section des Sciences Physiques. T. II, 2e pe., G‚ologie et Min‚ralogie par Puillon De Boblaye et Th‚odore Virlet, Paris 1833. fr den Peloponnes; und den Arbeiten von Bittner u. Neumayr in den Denkschriften der Wiener Akademie der Wissenschaften, math.-naturw. Classe, 40. Bd., 1880, fr Mittel-Griechenland (das eigentliche Hellas). Nach Bittner und Neumayr wird ganz Mittel-Griechenland, abgesehen von den krystallinischen Gesteinen, welche nur in Attika, dem sdlichen Euboea und dem ”stlichen Othrys auftreten, und abgesehen von den Neogenablagerungen, ausschliesslich von Gesteinen der Kreideformation eingenommen, und zwar unterscheiden genannte Forscher einen "Unteren Kalk", einen darber liegenden Complex von Schiefern und Sandsteinen, welcher in einigen Gegenden einen "Mittleren Kalk" einschliesst, und einen ber den Schiefern lagernden "Oberen Kalk". S„mmtliche Kalke Mittel-Griechenlands werden von Bittner und Neumayr der einen oder der anderen dieser Kalketagen zugez„hlt. An vielen Stellen fhren diese Kalke Rudisten und andere unbestimmbare Fossilien, aber nur an zwei Stellen fanden sich Organismen, welche eine genauere Altersbestimmung zuliessen: im "Oberen Kalk" des H”rnerbergs bei Livadia eine Turon-, speciell Provencien-Fauna, und bei Agoriani im "Mittleren Kalk" eine wahrscheinlich dem Gault zuzuweisende Fauna. (Bittner, l. c., p. 70.) Wesentlich anders erscheinen die geologischen Verh„ltnisse im Peloponnes durch das Auftreten von Nummuliten-Kalk. Dort reichten die veralteten Untersuchungen der Expedition scientifique de Mor‚e nicht hin. um ein gengendes Bild von der geologischen Zusammensetzung und dem Gebirgsbau des Landes zu bieten.