Original paper

Ueber Erderschütterungen in der Alta Verapaz.

Sapper, Carl

Kurzfassung

Erdbeben sind eine ziemlich h„ufige Erscheinung in der Alta Verapaz (einem Departamento der Republik Guatemala), allein sie sind gew”hnlich leicht und richten auch bei heftigeren St”ssen nur selten Schaden an, da die berwiegende Mehrzahl der menschlichen Wohnungen aus mit Bl„ttern gedeckten Holzhtten bestehen und die Stein- oder Luftziegelh„user der besser gestellten Bewohner fast ausnahmslos einst”ckig sind. Ich wrde daher an dieser Stelle nicht von diesen an sich unbedeutenden Vorkommnissen sprechen, wenn nicht manche der hierbei gemachten Beobachtungen der oft ge„usserten Behauptung widersprechen wrden, dass bei Erdbeben der erste Stoss stets der heftigste sei. Solches ist auch hier die Regel, von welcher aber auch Ausnahmen vorkommen: so zeichnete mein Vetter Ludwig Sapper in Chiacam (28 km ”stlich von Coban) ein am 17. Jan. 1890, 9 h. a. m. stattgehabtes, ziemlich heftiges Erdbeben auf, bei welchem unter den 5-6 St”ssen der dritte der st„rkste war. Und wenn man etwa die M”glichkeit einer T„uschung bei dieser von einem Einzelnen gemachten Beobachtung zugeben wollte, so ist dies ausgeschlossen bezglich des Erdbebens vom 11. November 1889, 7 h. 45 m. p. m. Ich versprte damals in Chimax (1 km n”rdlich von Coban) etwa 10 Secunden nach einem leichten, aber deutlichen Erdstoss einen zweiten heftigen, welcher von Osten zu kommen schien, und dieselbe Beobachtung machten gleichzeitig zahlreiche im deutschen Club in Coban anwesende Herren.