Original paper

Lössähnliche Bildungen im Canton Bern.

Baltzer, Armin

Kurzfassung

Eine von mir im 38. Band dieser Zeitschrift, p. 709 ber L”ss im Canton Bern gemachte Mittheilung hat seither durch die Arbeit von Herrn Dr. Jenny, eines Schlers von mir, theils Berichtigung, theils Erweiterung erfahren. Zun„chst ergaben Analysen, die ich durch Dr. Grete in Zrich ausfhren liess, dass das Material von Wyl (wiewohl plastisch und frher zu geringen Backsteinen Verwendung findend) doch nur geringen Thongehalt besitzt, vielmehr in der Hauptsache kohlensauren Kalk darstellt (90 pCt. und mehr). Auch die eingeschalteten Tuffb„nke, die nach Jenny schwankende Korngr”sse, das Vorkommen in der Mor„nenlandschaft abseits der Aare, sprechen dafr, dass diese meist lockeren, feinerdigen, plastischen, weissen oder grauweissen Kalke vom typischen L”ss zu trennen sind. Man k”nnte sie in Ermangelung eines besseren Namens als Tufferde oder Mor„nenkreide (terrestre Aequivalente der "Seekreide") bezeichnen. Dieselbe ist, wenn auch nicht L”ss, so doch merkwrdig l”ss„hnlich, bildet ungeschichtete Steilabstrze, fhrt Concretionen und enth„lt eine der des typischen L”sses verwandte Landschnecken-Fauna mit Helix arbustorum, Succinea oblonga, Pupa muscorum (selten). Helix plebeja und Hyalina nitidula. Helix hispida fehlt. Als H”henform ist charakteristisch Patula ruderata. Vergl. Jenny's Zusammenstellung. Jenny hat haupts„chlich die nach ihm typischen schweizerischen L”ssvorkommnisse von Aarau, Basel und dem st-gallischen Rheinthal einer eingehenden Untersuchung mit Bezug auf Fauna, chemische Zusammensetzung, Vergleich mit dem deutschen L”ss u. s. w. unterworfen.