Original paper

Stegodon Mindanensis, eine neue Art von Uebergangs-Mastodonten

Naumann, Ernst

Kurzfassung

Vor zwei Jahren sah ich im anthropologisch-ethnographischen Museum zu Dresden einige Elephantenreste, von den Philippinen stammend, die sich auf den ersten Blick als der Gruppe der Stegodonten zugeh”rig erwiesen. Der Director des Museums, Herr Hofrath Dr. Maier, war so freundlich, mir die Fossilien nebst einigen anderen Resten (von Malakka und Sumatra) zur Untersuchung zu bergeben, und ich habe die Resultate meiner Studien in den Abhandlungen und Berichten des k”nigl. zoologischen, anthropologisch-etnographischen Museums zu Dresden ver”ffentlicht. In dieser Publication wurde ein Zahn von der Insel Mindanao, der am meisten Interesse beansprucht, mit der von Martin nach javanischen Funden aufgestellten Art Stegodon trigonocephalus identificirt. Nach Erscheinen meiner Abhandlung ging mir eine briefliche Mittheilung des Autors dieser Art zu, in welcher sich derselbe mit aller Entschiedenheit gegen meine Bestimmung des Mindanao-Zahnes erkl„rte. Ich habe mich schon durch die brieflichen Mittheilungen Martin's berzeugt, dass die Form von den Philippinen und die javanische allerdings aus einander gehalten werden mssen, und sehe mich deshalb veranlasst, in Folgendem die Aufstellung einer neuen Art zu unternehmen. Martin hat sich, nachdem wir uns auf dem Wege brieflicher Correspondenz bezglich des Stegodon trigonocephalus verst„ndigt hatten, in seiner neuesten Arbeit ber S„ugethierreste von Java ber die strittigen Punkte ausgesprochen. Es m”ge auch mir gestattet sein, einiges zu meiner Rechtfertigung zu sagen.