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Ueber Schwankungen in der Intensität der Erdanziehung.

Pfaff, F. W.

Kurzfassung

W„hrend ber die Entstehung der Gesteine und Formationen der jngeren Erdperioden fast bei allen Geologen so ziemlich dieselben Meinungen herrschen, gehen diese bei Besprechung des Urzustandes der Erde und der Bildung der „ltesten Gesteine stark aus einander. Auch zur Erkl„rung verschiedener Erscheinungen, wie vulkanische Ausbrche, manche Erdbeben, Hebungen und Senkungen einzelner Theile der Erdoberfl„che u. s. w., stehen sich zwei vollst„ndig verschiedene und entgegengesetzte Ansichten, die der Neptunisten und jene der Plutonisten gegenber. W„hrend diese, ein Kind frherer Zeiten, bis in dieses Jahrhundert herein herrschte, kam jene erst in der neueren Zeit haupts„chlich zur Geltung. Jene Lehre, die der Plutonisten, besagt, dass die Erde im Innern eine noch ihrem feuerflssigen Urzustand gleiche geschmolzene Kugel bilde, und die Erdrinde eine durch die Abkhlung entstandene, im Vergleich zur ganzen Erde dnne Kruste sei. Sie grndet sich auf Beobachtungen, welche ergeben haben, dass die Bodenw„rme an allen Orten der Erde mit zunehmender Tiefe, die jedoch unterhalb der durch die Sonnenw„rme noch beeinflussten Tiefe liegen muss, eine, wenn auch nicht berall gleiche Zunahme zeigt. Da nun aber an vielen Stellen der Erde noch heutzutage geschmolzene Massen aus der Tiefe an die Oberfl„che gelangen, so weist jene berall mit der Tiefe zunehmende Erdw„rme auf ein berall geschmolzenes Erdinnere hin. Fragt man nun auch bei den Neptunisten nach, so h”rt man, dass diese von einem feuerflssigen Zustande im Innern der Erde nichts wissen wollen. Sie erkl„ren, dass jene allgemein zunehmende Erdw„rme viel zu schwankend sei, um jene Schlsse zu rechtfertigen, und sich auf verschiedene in der Erde stattfindende chemische Vorg„nge zurckfhren lasse. Ebenso seien die geschmolzenen Laven durch in gewissen Tiefen vorkommende Verbrennungen organischer Stoffe zum Schmelzen gebracht und ausgepresst worden. Der Hauptunterschied dieser beiden Lehren beruht also darauf, dass jene behaupten, der gr”sste Theil der Erde sei jetzt noch gluhtflssig, diese, er sei fest und starr.