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Das Eocän in Syrien, mit besonderer Berücksichtigung Nord-Syriens. Ein Beitrag zur Geologie Syriens.

Blanckenhorn, Max

Kurzfassung

I. Geologischer Theil. Unter den geologischen Systemen, welche an dem Aufbau Syriens betheiligt sind, kommt nach der Kreide das Eoc„n in erster Linie in Betracht. Mit der Wichtigkeit, welche demselben bei dem grossen von ihm eingenommenen Areal zukommt, steht die Kenntniss, die man bisher von demselben hatte, wenig im Verh„ltniss. A. Das Eoc„n in Sd- und Mittel-Syrien. Aus Pal„stina wissen wir durch Fraas, Lartet und Hull von einer ununterbrochenen Folge von Sedimenten des Kreide- und Eoc„nsystems. Die letzteren sind petrographisch nicht wesentlich verschieden von den unterlagernden Senonschichten und nur durch ihre charakteristischen Leitfossilien (Nummuliten) zu unterscheiden. Eine Vergesellschaftung von cretaceischen Thierformen (Rudisten, Nerineen, Gryphaea vesicularis) mit echten Nummuliten, wie sie von Fraas aus den Grenzschichten zwischen beiden Systemen in Sd- und Mittel-Syrien mitgetheilt wurde, ist bis jetzt, wenigstens fr Syrien, von keinem anderen Beobachter best„tigt worden. Lartet wie Diener halten eine Grenzbestimmung berall sehr wohl fr durchfhrbar. Die oberste cretaceische Stufe, das Senon, besteht im sdlichen und mittleren Syrien aus weisen Kreidemergeln und der darber folgenden Feuersteinkreide mit Gryphaea vesicularis. In den obersten Feuersteinlagen stellt sich nun schon eine eoc„ne Foraminiferen-Fauna ein, speciell Nummulites variolaria. Echte Nummuliten-Kalke sind noch wenig in Pal„stina beobachtet worden. Lartet giebt vom Berge Garizim und Ebal bei Sichem Kalkstein und kreideartige, Feuerstein fhrende Mergel mit Nummulites variolaria, N. Biaritzensis und N. Guettardi an; Bellardi erhielt Nummuliten vom Karmel-Gebirge.