Original paper

Plagioteuthis, eine neue Gattung dibranchiater Cephalopoden aus dem Russischen Jura.

Romer, Ferd.

Kurzfassung

Mit der grossen Sammlung russischer Jura-Versteinerungen, welche Staatsrath H. Von Trautschold durch einen vielj„hrigen Sammelfleiss vereinigte und seitdem dem Breslauer Museum gtigst berliess, gelangte auch das Fossil, welches den Gegenstand der nachstehenden Bemerkungen bildet, hierher. Es ist ein fingerf”rmiger, von den Seiten etwas zusammengedrckter, 40 mm langer und 20 mm breiter K”rper, der nicht ganz gerade gestreckt, sondern etwas schief gebogen ist. Das untere Ende ist stumpf zugerundet, das obere Ende abgebrochen. Eine L„ngswulst, welche sich scharf von der brigen Oberfl„che absetzt und sich auch durch die verschiedene Sculptur unterscheidet, zieht sich an einer der schmaleren Seiten entlang. Am oberen abgebrochenen Ende nur 6 mm breit, erweitert sie sich nach unten und umfasst das ganze untere Ende. Die ganze Oberfl„che des K”rpers ist mit einer dnnen, perlmuttergl„nzenden, br„unlich grauen Schicht bedeckt, welche auf der L„ngswulst mit deutlichen, aber unregelm„ssigen L„ngslinien, auf der der Wulst gegenber liegenden Seite aber mit viel schw„cheren, von undeutlichen feinen Anwachslinien gekreuzten L„ngslinien versehen ist. Die innere Schalenstructur ist an dem abgebrochenen vorderen Ende deutlich wahrzunehmen. Dasselbe zeigt eine l„ngliche mittlere Oeffnung von subrhomboidischer Form, welche von einer dicken Wand umgeben ist. Die Substanz dieser Wand ist ein mit S„uren lebhaft brausender Kalk von hell grauer oder weisslicher F„rbung, welcher ganz „hnlich wie die Scheide der Belemniten aus concentrischen, 1/2-2 mm dicken Lagen zusammengesetzt ist. Bei genauerer Prfung mit der Lupe erkennt man, dass diese concentrischen Lagen eine sehr feine, senkrecht faserige Structur besitzen.