Original paper

Über das Auftreten heterogener Geschiebe in den basaltischen Tuffen des Vicentiner Tertiärs.

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Nachdem der Vortragende zuerst eine kurze Uebersicht der hier in Betracht zu ziehenden Ablagerungen theils limnisch-terrestrer, theils mariner Natur gegeben, constatirt er das reiche Vorkommen von heterogenen Gesteinselementen in der grossen Mehrzahl derselben. Die Hauptrolle nimmt unter diesen fremden Bestandteilen naturgem„ss der Kalk ein. Kalkbrocken und Kieselscherben, wie sie fr die Scaglia charakteristisch sind, finden sich berall in unserem Gebiete in den Tuffen eingestreut; doch zeigten sich auch Bruchstcke von Sediment„rkalken, welche, theils jnger, dem unteren Eoc„n, der Membrogruppe angeh”ren, theils „lter, anscheinend auf Tithon und Jurakalke schliessen lassen. Diese Kalkgeschiebe nun sind nicht metamorphosirt, an ihrer Oberfl„che h„ufig abgerollt und gerundet und tragen so die Spuren des Wassertransportes an sich. Sie sind als die Analoga der Kalkger”lle aufzufassen, welche sich auch in den Transporttuffen des Busens von Neapel in grosser Anzahl vorfinden (Castellamare, Gragnano, Capri) und wie diese als vom Wasser eingeschwemmt zu betrachten. Bei den limnisch - terrestren Tuffen waren es Regengsse, stellenweis wohl auch Bergstr”me, welche das vulkanische Material an den Geh„ngen herunterpeitschten, die Knochen, Z„hne und Schalen Land bewohnender Organismen mit dem Geh„ngeschutte vereint aufrafften und schliesslich auf ebener Fl„che, in den Vertiefungen und Th„lern zum Abs„tze brachten. Bei den marinen Tuffen spielte das Meer die gleiche Rolle; die Brandung nagte Stcke des anstehenden Gesteins los, und diese wurden dann zugleich mit dem vulkanischen Material niedergeschlagen; so vermuthet der Vortragende auch, dass die reiche Fauna von Riffkorallen, welche sich in den grnen Tuffen des Monte Grumi bei Castelgomberto vorfindet, dem darunter liegenden Korallen-Kalke entnommen ist und sich so also als Kalkgeschiebe schon auf secund„rer Lagerst„tte befindet.