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Geologische und petrographische Studien am Monte Aviolo im italienischen Antheil der Adamellogruppe.

Salomon, Wilhelm

Kurzfassung

Seit der Mitte der 40 er Jahre unseres Jahrhunderts wurde das im sdlichen Theile der Ostalpen gelegene Adamello-Gebirge von einer Reihe von Forschern besucht, beziehungsweise zum Gegenstande l„ngerer und mhsamerer Arbeiten gemacht. Es ergaben sich dabei zahlreiche, bemerkenswerthe Resultate; indessen reichen diese, wenigstens soweit sie publicirt sind, nicht aus, um ein in allen Zgen klares Bild von dem verwickelten geologischen Bau jener Gegenden zu entwerfen. Zu der Vervollst„ndigung dieses Bildes beizutragen ist der Zweck der vorliegenden Arbeit. - Im Folgenden m”ge zun„chst kurz dargestellt werden, was fr dieselbe von den bisher gemachten Beobachtungen wesentlich in Betracht kommt. Der ungef„hr 1200 Quadratkilometer grosse Adamellostock besteht aus einem Kern von Tonalit und einem Grtel von sehr verschiedenartigen Schichtgesteinen. Es sind das im SO und S permische und triassische Schichten vom "Gr”dener Sandstein" aufw„rts bis zu den mittleren triassischen Kalken, im N und O aber Gneisse, Glimmerschiefer und Phyllite von gr”sstentheils unsicherem Alter. Im W herrschen ganz besondere, eigenthmliche Verh„ltnisse, die wir sp„ter bei der Besprechung der Stache'schen Untersuchungen kennen lernen werden. An der Sdgrenze wurde ber viele Kilometer hin eine contactmetamorphische Umwandlung der Sediment„rgebilde beobachtet und von verschiedenen Autoren mehr oder weniger genau beschrieben. Sie ist sehr „hnlich der viel frher bereits in Predazzo und am Monzoni bekannt gewordenen Metamorphose gleichartiger Schichten. Die Kalksteine wurden in Marmor verwandelt und je nach dem Grade ihrer Verunreinigung durch Kiesels„ure und andere Substanzen mit Granat, Vesuvian, Wollastonit und anderen bekannten Contactmineralien impr„gnirt. Der Gr”dener Sandstein wurde zu braungrauem Quarzit ver„ndert. So genaue Nachrichten nun aber ber die Umwandlung dieser Schichtcomplexe gegeben sind, so sp„rlich fliessen die Quellen in Bezug auf die Wirkungen, die der Contact des Tonalites auf die anderen Theilen des Eruptivstockes benachbarten Schichten ausgebt hat.