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Über die glacialen Bildungen des Schwarzwaldes.

Platz, Ph.

Kurzfassung

Die Hochth„ler des sdlichen Schwarzwaldes, welche sich durch breite, schwach geneigte Thalsohlen von grosser absoluter H”he (800-1000 m) auszeichnen, w„hrend ihr Mittellauf steil und schluchtartig in die Gebirgsmasse eingeschnitten ist, sind durchweg mit Schuttablagerungen der Diluvialzeit erfllt. Fhrt schon die N„he der Alpen, in denen die grosse Ausdehnung der Gletscher zur Diluvialzeit mit Evidenz nachgewiesen ist, zur Vermuthung, dass dieselben Ursachen, welche dort ein Herabrcken der Gletscher bis auf 400 m bewirkten, auch in den benachbarten Gebirgen „hnliche Erscheinungen erzeugen mussten, so wird auch die glaciale Natur dieser Ablagerungen durch deren Lagerungsweise und Structur erwiesen. Sie erfllen nicht nur den Grund der Th„ler, sondern sind auch ber die Abh„nge verbreitet- und zwar theils in zusammenh„ngenden Ablagerungen von mehreren (6-20, ja 30) Metern M„chtigkeit, theils in zerstreuten Bl”cken, welche h„ufig zum Zweck des Anbaues knstlich zusammengetragen wurden, sowie endlich in Form von Hgeln, welche theils den Abh„ngen angelehnt sind, theils von diesen spornartig in die Thalebene vorspringen oder eudlich einzelne isolirte oder gruppenweise beisammenliegende Hgel auf der Thalsohle bilden. Alle diese Massen bestehen aus eckigen oder gerundeten Geschieben, oft von betr„chtlicher Gr”sse, deren Zwischenr„ume theils durch feineren Kies und Sand, theils von Lehm ausgefllt sind; in letzterem Falle ist die Masse fest zusammengedrckt und zeigt nach dem Urtheil der erfahrensten Kenner vollkommene Uebereinstimmung mit dem Geschiebelehm in Norddeutschland und Schweden. Mangel an Schichtung unterscheidet diese Massen von den oft in denselben Th„lern weiter abw„rts liegenden Ablagerungen, welche durch ihre Schichtung deutlich als Str”mungsbildungen charakterisirt sind.

Keywords

glacialdepositsblack-forestgermany