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die Fauna der Lignite vom Mt. Pulli bei Valdagno

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Der Vortragende besprach ferner die Fauna der Lignite vom Mt. Pulli bei Valdagno, welche in der von N nach S gerichteten Synklinale zwischen Mt. Pulli, Crocerla und Spelacia Alveolinen-Kalke mit Nummulites Pratti D'Arch. concordant berlagern und in ihren oberen Schichten eine Fauna enthalten, die dem schwarzen Tuffe von Ronca gleichwerthig ist. Es sind dies Brackwasserabs„tze, mit Ssswasserbildungen und Ligniten wechsellagernd, welche sich in geschtzten Flusslagunen gebildet haben; sie enthalten eine reiche Zahl von tropischen Aestuar-Mollusken, welche theils auf indo-malayische, theils auf neotropische und afrikanische Beziehungen hinweisen. Die grosse Mehrzahl dieser Formen ist ihnen gemeinsam mit den Ligniten des westlichen Ungarns, wie sie in der Umgegend von Gran und Dorogh entwickelt sind und deren Beschreibung wir v. Hantken und Boekh verdanken; doch scheinen auch identische Formen mit den Pariser Lignites aufzutreten (Melania vulcanica v. Schloth. = Cerith. Geslini Desh.). Die Aehnlichkeit der Formen zwischen vicentiner und ungarischem Terti„r ist eine auffallende und in den meisten F„llen specifische und steht, durchaus im Einklange mit den anscheinend von Neumayr (s. Erdgeschichte, II, p. 481) zuerst vertretenen Anschauungen, welche die Existenz einer langgestreckten Continentalinsel auf dem jetzt von den ”stlichen Alpenketten und den Karpathen eingenommenen Bereiche voraussetzen; dieses Festland wird im Sden von dem noch erhaltenen centralen Mittelmeere der mesozoischen Periode begrenzt und in seinen Buchten befanden sich die Aestuarien, deren Ueberreste uns in den Ligniten des Vicentins und des westlichen Ungarns bis auf unsere Tage erhalte sind.