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Parallelisierung des südlichen Taunus mit den Ardennen und der Bretagne

Reinach, A.

Kurzfassung

Aufgefordert dazu, erlaube ich mir, Ihnen eine vorläufige Notiz ber Parallelisirung des südlichen Taunus mit den Ardennen und der Bretagne zu geben. Um kurz zu sein, will ich das klarste Profil im Taunus, dasjenige von Wiesbaden bis zur Platte darlegen, welches Profil übrigens auch in dem 3000 m langen Wasserstollen der Stadt Wiesbaden controllirt werden kann. In Wiesbaden selbst und von da bis zur Würzburg steht mit steilem NNW-Einfallen ein Wechsel von Sericitgneissen, Sericitglimmerschiefern und Bunten Sericitschiefern an, also die Serie der hemi-krystallinischen Taunusgesteine. Durch den neuen Wegebau und einen Steinbruch aufgeschlossen, folgen dann im Hangenden, an der Wrzburg, feste Conglomerate, deren Material anscheinend den Gesteinen des Liegenden entstammt. Am Waldrand des nach Norden abbiegenden Wiesenth„lchens (Kessel auf der Karte bezeichnet) findet sich Arkose, dann die grünen und rothen Phyllite und endlich in der Platte Hermeskeilschichten nebst Taunusquarziten. Professor Gosselet aus Lilie, unter dessen Leitung ich das unterste Devon der Ardennen genau studirte, erklärte bei seinem Besuche des Taunus in diesem Frühjahr meine Auffassung des Complexes klastischer Gesteine, von den Conglomeraten bis zum Taunusquarzit als Gedinnién für richtig. Die Gliederung entspreche im Ganzen derjenigen der Ardennen, hier wie dort seien die Conglomerate und Arkosen als die unterste Grenze des Devons zu betrachten, die südlicher vorhandene hemikrystallinische Zone falle demnach ausserhalb des devonischen Systems.