Original paper

Oracanthus Bochumensis n. sp., ein Trachyacanthide des deutschen Kohlengebirges.

Jaekel, Otto

Kurzfassung

Von Herrn Prof. Dames wurde ich krzlich auf ein Fossil aufmerksam gemacht, welches aus der productiven Kohle des Hannibal-Schachtes bei Bochum in Westfalen stammt und bisher nur gelegentlich von Herrn Prof. Von Konen als keilf”rmiges Knochenstck erw„hnt worden war. Die „ussere Erhaltung des Fossils ist sehr ungnstig, indem dasselbe sehr abgerieben, an zwei Seiten des Umrisses mehrfach gebrochen und schliesslich so mit Kohle berzogen ist, dass weder die allgemeine Form noch die Oberfl„che ohne Weiteres kenntlich sind. Auf Taf. XXXVII, Fig. 1 ist das Fossil in 2/3 natrlicher Gr”sse abgebildet. Einigermaassen intact ist nur die linke Seite; die nach oben gerichtete Spitze war sehr abgerieben und musste berdies Hoch zur Anfertigung eines mikroskopischen Pr„parates z. Th.entfernt werden. Ganz abgebrochen ist die Unterseite und die untere H„lfte der rechten Seite. Die hier nicht abgebildete Rckseite des Fossils ist durch eine dicke Kohlenrinde verdeckt. Glcklicherweise war das Fossil zweimal bei m und n der Fig. 1 gebrochen, sodass sich an drei Stellen die Querschnitte feststellen liessen. Dieselben sind in Fig. 2, 3 und 4 in natrlicher Gr”sse abgebildet. Fig. 2 stellt den Querschnitt bei n, Fig. 3 den bei m und Fig. 4 den am oberen Ende dar. Aus denselben ergiebt sich, dass das Fossil aus zwei nach unten und hinten (rechts der Fig. 1) ge”ffneten Flgeln besteht, welche oben verschmolzen sind und vorn (rechts der Fig. 2, 3 u. 4) einen verdickten Kiel bilden. Ferner zeigen Fig. 2 und 3, dass der nach unten gerundete Flgel am verdickten Vorderrand bei a eingebrochen und auf den Gegenflgel gedrckt ist. Dabei hat er noch in sich selbst mehrere Brche erfahren. Schliesslich erkennt man an den Querschnitten schon mit blossem Auge Zahlreiche Kan„le bezw. Hohlr„ume in der Grundmasse, auf welche ich sp„ter bei Besprechung des histologischen Baues zurckkomme.