Original paper

Ueber eine Endmoräne der ersten Vergletscherung unterhalb Krakau an der Weichsel und ueber die Natur der dortigen Lössbildung.

von Siemiradski, Josef

Kurzfassung

Ich beeile mich, ihnen eine Nachricht mitzutheilen, welche Sie h”chst erfreuen wird: Ausser der oberen Endmor„ne der zweiten Gletscheroscillation in Polen, welche, wie aus meiner frheren Mittheilung ersichtlich ist, genau in der Verl„ngerung der von Ihnen beschriebenen sdlichen baltischen Endmor„ne liegt, habe ich in diesem Sommer viel sdlicher Reste einer ebenso sch”n ausgepr„gten Endmor„ne der ersten Vergletscherung gefunden, und zwar unter Bedingungen, welche das Alter derselben ausser jedem Zweifel lassen. Dicht an der russisch-galizischen Grenze, kaum 1 Kilom. vom linken Weichselufer entfernt, zwischen der Grenzwache Sieroslavice und dem Rittergute Kuchary, etwa 3 Meilen n”rdlich von Bochnia, ist der Punkt gelegen. Das beigefgte Profil mag die Verh„ltnisse des Ortes erkl„ren: [...] Das steile Weichselufer ist durchweg aus L”ss gebildet, welcher auch das hohe Plateau n”rdlich davon ununterbrochen bedeckt und die h”chsten Punkte der Gegend bildet. Schneiden wir diesen L”ssstreifen in S-N-Richtung bis zum Kamme der Wasserscheide zwischen der Weichsel und dem Flusse Szreniawa durch, so erblicken wir, dass diese Wasserscheidelinie aus einer doppelten Hgelkette besteht. Der L”ss bricht pl”tzlich einer verticalen, etwa 3 m hohen Wand gegen Norden ab und weiter n”rdlich tritt nur brauner, unterer Geschiebemergel auf, welcher gegen das Szreniawa-Thal langsam abf„llt. An der n”rdlichen L”ssgrenze entsteht dadurch ein breiter Graben, dessen sdliche, verticale B”schung L”ss, dessen n”rdliche, weniger steile Ger”llhgel bilden, welche sich wallartig in W-O-Richtung erstrecken, und einzelne, meist von Gebsch bedeckte Gipfel darstellen, die jedoch das H”henniveau der L”sshgel nicht erreichen.

Keywords

moraineglaciationkrakowloess