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Einige Fossilreste aus Griechenland.

Steinmann, Gustav

Kurzfassung

Vor etwa zwei Jahren ersuchte mich der leider so zeitig heimgegangene Kollege Neumayr um eine Durchsicht der krystallinen Kalke der Vorhgel des Hymettos in Bezug auf die mehrfach daraus erw„hnten Fossilreste; ebenso stellte mir auch Herr Prof. Bcking seine Aufsammlungen aus jener Gegend zur Verfgung. Sodann erhielt ich krzlich von Herrn Dr. Philippson eine Anzahl griechischer Gesteine zugeschickt mit der Bitte, eine Bestimmung der darin enthaltenen Fossilien vorzunehmen. Da die mesozoischen und altterti„ren Bildungen Griechenlands gerade in jngster Zeit ein erh”htes Interesse gewonnen haben, so m”chte ich ber meine Untersuchungen hier kurz berichten. "Aus dem unteren Marmor des Hymettos, nahe der Passh”he zwischen Liopesi und Athen unterhalb des Glimmerschiefers" stammt eine von Bcking gesammelte Koralle, deren zahlreiche, dicht gedr„ngte, aber sich nicht berhrende Kelche ihre Septalstructur bis auf undeutliche Reste verloren haben. Ihrem Habitus nach vermag ich sie nur mit der von der Trias bis in die Kreide reichenden Gattung Calamophyllia zu vergleichen. Der ungnstige Erhaltungszustand des Stckes drfte wohl zum gr”ssten Theil auf die mechanische Deformation zurckzufren sein, welche dasselbe erlitten hat. Die Kelche sind nicht einfach rund oder oval, sondern sie greifen l„ngs zackiger Suturen in einander, wie man solches an stark gepressten oder ausgewalzten Korallen h„ufig beobachtet. Erweist sich das Stck auch nicht als brauchbar zu einer scharfen Altersbestimmung der betreffenden Schichten - als mesozoisch drfen wir sie wohl ansprechen -, so deutet es doch darauf hin, dass die fraglichen Schichten starke Ver„nderungen durch dynamische Vorg„nge erlitten haben. Bittner (Denkschr. d. Wiener Ak., Bd. 40, p. 60) erw„hnt eine, offenbar der unsrigen sehr „hnliche Koralle, ebenfalls aus Kalken unter dem Schiefer zwischen K„sariani und Athen.