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Kalkspath von Rothenzechau im Kreise Hirschberg in Schlesien.

Müller, Wilhelm

Kurzfassung

Auf der Halde der Grube "Evelinensglck" bei Rothenzechau im Kreise Hirschberg in Schlesien, welche ein Lager von Arsenkies im Glimmerschiefer abbaut, fand ich gelegentlich eines Ferien - Ausfluges im verflossenen Herbste eine Menge frisch gef”rderter Bl”cke grobsp„thigen Kalkes, darunter eine Anzahl mehr oder weniger regelm„ssiger rhombo‰drischer Spaltungsstcke. Letztere, Faustgr”sse und darber erreichend und von milchweisser Farbe, liessen auf s„mmtlichen Fl„chen eine starke Streifung parallel der l„ngeren Diagonale erkennen, weshalb ich zuerst eine Zwillingsbildung mit vielfacher Wiederholung parallel der Basis OR (0001) annehmen zu mssen glaubte. Allein bei n„herem Betrachten der gesammelten Stcke gewahrte ich auf jeder Rhombo‰derfl„che noch eine zweifache ganz feine Streifung parallel den Rhombo”derkanten. Daraus ergab sich, dass nicht eine polysynthetische Zwillingsbildung nach OR (0001), sondern eine solche nach - 1/2 R (0112), aber zugleich nach allen drei Fl„chen des ersten stumpferen Rhombo‰ders vorlag. Dies ist am Kalkspath zwar keine bisher unbekannte, immerhin aber eine nicht allzu h„ufig zu beobachtende Erscheinung. Was jedoch an den vorliegenden Spaltungsstcken das Interesse wesentlich erh”ht, ist der Umstand, dass ausser den Spaltfl„chen s„mmtliche Gleitfl„chen nach - 1/2 R (0112) klar und deutlich auftreten. Die Abl”sung der Kalkspaththeilchen nach den Gleitfl„chen ist eine so auffallend leichte, dass es nicht gelang, ein reines Spaltungsrhombo‰der herauszuschlagen; immer stellten sich gleichzeitig Abstumpfungen der Polkanten von R (1011) ein. Auch auf den Spaltungsfl„chen selbst setzt an zahlreichen Stellen die Spaltungsrichtung treppenartig in die Gleitfl„che ber ein Beweis, dass die Trennung nach der Gleitfl„che fast mit gleicher Vollkommenheit erfolgt wie diejenige nach der Spaltfl„che.

Keywords

silesia