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Über die Entstehung und Zusammensetzung der sogen. basischen Salze.

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Als "basische Salze" bezeichnet die Mineralchemie diejenigen Verbindungen, in welchen die Anzahl der Aequivalente der basischen Elemente gr”sser ist, als wie sie zur S„ttigung der S„ure erfordert wird. Die Mehrzahl dieser basischen Salze ist dadurch ausgezeichnet, dass sie oxydische Verbindungen sind, selbst diejenigen der Haloidsalze. Eine andere bemerkenswerthe Klasse bilden die Salze der Sulfos„uren. Die Entstehung der basischen Salze - und dies drfte auch fr die erw„hnten Sulfoverbindungen gelten - ist wesentlich auf zwei Vorg„nge zurckzufhren, denen aber dieselbe Ursache der chemischen Erregung zu Grunde liegt, n„mlich das durch die Wasseraufnahme der ursprnglichen Verbindung geschaffene chemische Bindungsverm”gen. Die Begrndung dafr, dass wir uns gezwungen sehen, auf den hydratisirten Zustand der Verbindungen als den Ausgangspunkt unserer Beweisfhrung zurckzugehen, ist darin zu finden, dass die meisten der basischen Salze eben wasserhaltig sind und dass die wasserfreien basischen Salze eine den vorigen ganz analoge Zusammensetzung besitzen. Die bezeichneten chemischen Vorg„nge bestehen nun in Folgendem: 1. Die Verbindung eines sogen, neutralen Salzes l”st als Hydrat ein oder mehrere Aequivalente des basischen Elements oder eines anderen der Substitution f„higen, verwandten Elements auf, was nur in der Weise bewirkt werden kann, dass das in die Verbindung aufzunehmende Element in eine l”sbare, d. h. also hydratisirte Verbindung bergefhrt und mit dem ursprnglichen Salze durch innere chemische Bindung zu einem einzigen Molekl vereinigt wird. Die chemische Verbindung der beiden verketteten Bestandteile ist dadurch eine solche geworden, dass durch eine sp„tere Wasserentziehung in der gegenseitigen Stellung der Atomgruppen keine Aenderung hervorgebracht wird.