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Die Eintheilung und die chemische Beschaffenheit der Eruptivgesteine.

Roth, Justus

Kurzfassung

Die geologische Erfahrung giebt, abgesehen von den Eruptivgesteinen, nur wenig Aufschluss über die Beschaffenheit des Erdinnern, dessen sp. G. nothwendig über das höchste bei Eruptivgesteinen (3,3) und krystallinischen Schiefern (3,2) beobachtete hinausgehen muss. Die grosse Menge der Schwefelverbindungen, welche die Solfataren und ein Theil der Vulkane liefern, lässt auf das Vorhandensein von Schwefelmetallen, die ungeheure Menge Kohlensäure, welche dem Erdinnern entströmt, auf Kohlenstoffverbindungen schliessen. Man hat die Meteoriten herangezogen, um durch kühne Vergleiche weitere Daten über die Beschaffenheit des Erdinnern zu erlangen, Daubrée hat den Olivin zu einer "allgemeiner Schlacke" gestempelt, welche den metallischen Erdkern bedeckt, aber alle diese Schlüsse sind weniger sicher als die, welche über die nächst höhere Schicht aus den Eruptivgesteinen sich ableiten lassen, daher hat es an Betrachtungen über Eintheilung und chemische Beschaffenheit der Eruptivgesteine nie gefehlt. An anderer Stelle habe ich darzulegen versucht, wie sich die Gesteine der Erstarrungskruste, deren Vorhandensein das der Eruptivgesteine bedingt, chemisch und mineralogisch von den letzteren unterscheiden, und die Verknüpfung beider durch die chemische und mineralogische Gleichheit von Gneiss und Granit dargelegt. Die Eruptivgesteine sind so wesentlich aus Silikaten und Kieselsäure zusammengesetzt, dass man unter Umständen vom Graphit, von den Schwefel-, Arsen-, Wolfram-, Fluorverbindungen, vom Korund, Zinnstein, Zirkon absehen kann und nur einigen Titansäure und Phosphorsäure enthaltenden Mineralien, sowie dem Eisenglanz und der Spinellgruppe (diese im weitesten Sinne genommen) einige Bedeutung einräumt. Darüber bestellt kein Zweifel, dagegen gehen darüber, ob man die vortertiären Eruptivgesteine als ältere von den jüngeren, tertiären und nachtertiären scheiden soll, die Meinungen aus einander.