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Neue Untersuchungen an tertiären Fisch-Otolithen. Ii.

Koken, Ernst

Kurzfassung

Nach Durcharbeitung des gesammten, mir von verschiedenen Seiten zur Verfügung gestellten Materials habe ich mich entschlossen, die erzielten Resultate nunmehr in einer umfassenderen Arbeit zur Kenntniss zu bringen, anstatt die verschiedenen Localfaunen in ebensoviel gesonderten Einzelarbeiten zu veröffentlichen. Demgemäss ist für den beschreibenden Theil eine rein zoologische Anordnung gewählt, in welcher Dach dem geltenden System die grosse Zahl der neu hinzutretenden Arten besprochen wird, während die in meinen früheren Veröffentlichungen aufgestellten Arten nur Berücksichtigung finden, soweit über die zoologische Stellung oder das geologische Vorkommen neue Daten vorliegen, was freilich nahezu für alle Fälle gilt. Es ist naturgemäss, dass die ersten Versuche, die so lange Zeit vernachlässigten Otolithen zu bestimmen, nicht immer gleich das Richtige getroffen haben, und dass immer wieder Correcturen nöthig werden, je mehr das Vergleichsmaterial wächst. Im Laufe der Zeit ist es mir gelungen, ziemlich 150 Gattungen lebender Fische bezüglich der Gehörorgane oder wenigstens der Otolithen untersuchen zu können, und die Ueberzeugung von der eminenten Bedeutung derselben für eine natürliche Gruppirung der Fische hat sich mehr und mehr in mir gefestigt. In einem Schlusscapitel der Abhandlung habe ich einige der sich mir aufdrängenden Ansichten niedergelegt, und ich treue mich, dass ich in vielen Punkten mit einem so erfahrenen Zoologen wie Herrn Von Jhering in Rio Grande do Sul übereinstimme, besonders auch, weil ich sehe, dass man auf zoologischer Seite anfängt, auf dieser wichtigen Stelle einzusetzen. Auch Vaillant hat in seiner Bearbeitung der vom Talisman und Travailleur gesammelten Tiefseefische den Otolithen eingehende Beachtung geschenkt und eine Reihe auffallender, für die Paläontologie z. Th. sehr wichtiger Formen kennen gelehrt.