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Die Decapoden des norddeutschen Jura.

Krause, Paul Gustaf

Kurzfassung

Einleitung. Die Crustaceen des norddeutschen Jura haben bisher noch keine monographische Bearbeitung erfahren. Abgesehen von den wenigen genaueren Beschreibungen einzelner Arten sind alle darauf bezügliche Notizen nur mehr oder weniger kurze Angaben über Fundort und Schicht, welcher die einzelnen Exemplare angehören. Eine eingehendere Bearbeitung war auch nicht eher möglich, als bis im Laufe der Zeit durch vieles Sammeln und eifriges Ausbeuten neuer Aufschlüsse ein einigermaassen umfangreiches Material zusammengebracht war. Trotzdem ist dasselbe immer noch dürftig genug, wenn man es mit dem vergleicht, welches Oppel bei seiner grossen Arbeit über die jurassischen Crustaceen allein aus dem süddeutschen Gebiet dieser Formation zu Gebote stand. Es fehlen eben in Norddeutschland einmal solche ergiebigen Fundstellen, wie sie die lithographischen Kalke Frankens und Schwabens durch den riesigen Abbaubetrieb darbieten, und andererseits auch derartige, die Bedingungen für die Erhaltung der feinsten Theile am Thierkörper darbietenden Gesteine wie sie dieselben Kalksteine Süddeutschlands in der prachtvollsten Weise besitzen. Denn auch in der Erhaltung übertrifft das süddeutsche Material das norddeutsche. Sind auch die Fossilien im lithographischen Stein flach gedrückt und selten körperlich erhalten, wie ausser an manchen anderen Localitäten auch an einigen norddeutschen, so ist dafür an ersteren der feinere Bau der Thiere oft überraschend schön in seinen Einzelheiten erhalten. Antennen, Augen, Mundwerkzeuge, Beine, Borsten u. s. w. sind oft noch an den Exemplaren vorhanden, aber auch die Sehnen in den grossen Scheeren, das Kaugerüst des Magens, die Anhänge der Abdominalsegmente, die Facetten der Augen habe ich z.B. an den Eryonen des lithographischen Schiefers, welche das Berliner Museum für Naturkunde besitzt, in der schönsten Erhaltung wiederholt beobachten können.