Original paper

über Amphibolitisirung von Diabasgesteinen im Contactbereich von Graniten:

Beck, Richard

Kurzfassung

"Nirgends hat man bessere Gelegenheit, die Contactmetamorphose von Sedimenten durch Granite und Syenite zu studiren, als im Königreiche Sachsen. Schon früher bekannt, besonders durch Naumann's Beschreibung, waren die Contacthöfe der Granite des westlichen Erzgebirges und Vogtlandes, in welchen sich bei der neueren geologischen Landesaufnahme die Arbeiten Dalmer's, Schalch's und Schröder's bewegten, und deren Untersuchung und Schilderung mit der Publication von Blatt Oelsnitz kürzlich ihren vorläufigen Abschluss gefunden hat. In den letzten Jahren erst erhielten wir durch Sauer und Dalmer eingehende Kenntniss von dem Contactgebiet am Syenit von Meissen, während die Arbeiten Herrmann's, Klemm's und Weber's eine ganz unerwartet grosse Verbreitung des Contactmetamorphismus in der Lausitz darlegten. Im östlichen Erzgebirge dagegen hatte Schalch interessante Imprägnations-Metamorphosen an dem kleinen Granitstock von Sadisdorf nachgewiesen und Dalmer lehrte soeben dieselben Erscheinungen, in noch viel grossartigerer Weise entwickelt, an den Graniten von Altenberg und Zinnwald eingehend kennen. Unterdessen war mir die Untersuchung der merkwürdigen Contactgebiete zwischen Lockwitz und Berggiesshübel südöstlich von Dresden zugefallen. Die dortigen Aufnahmen begannen im Frühling 1887 und wurden im vorigen Herbste abgeschlossen. Blatt Berggiesshübel ist bereits erschienen, Pirna gelangt demnächst zur Veröffentlichung, Kreischa ist im Manuscript fertig gestellt. Diese Gegend besitzt in sich vereint die allgemeinen Züge des Meissner und des Lausitzer Contactgebietes, übertrifft aber beide durch Klarheit der Aufschlüsse in zahlreichen tief eingeschnittenen Querthälern und durch Mannichfaltigkeit der Erscheinungen.