Original paper

über einige neue Beobachtungen, die er in stratigraphischer und tektonischer Beziehung an der Trias am Nordfuss des mittleren Thüringer Waldes bei Gelegenheit der Aufnahme der Blätter Plaue und Stadtilm gemacht hat.

Zimmermann, Ernst

Kurzfassung

Er hob zuerst besonders die vermittelnde Stellung hervor, die der Muschelkalk dieser Blätter, wie geographisch, so auch, ganz besonders in seinem untersten Theile, petrographisch zwischen demjenigen von Jena und dem von Meiningen-Eisfeld jenseits des Thüringer Waldes einnimmt. Die Myophorien-Bänke mit Modiola hirudiniformis (Coelestin-Schichten oder unterste ebene Kalkschiefer E. E. Schmid's), die darüber folgenden, bei Meiningen durchaus, bei Plaue noch andeutungsweise rothen Mergel und Letten, endlich die gelben Kalke an der Grenze gegen den eigentlichen Wellenkalk wurden besonders besprochen. Auch höhere Wellenkalk-Schichten, nämlich die "Oolithbank" und die an Echinodermen-Resten, Hinnites comtus u. s. w. reiche Bank mit Spiriferina hirsuta zeigen zwischen Plaue und Meiningen fast mehr Uebereinstimmung als zwischen Plaue und Jena. Was die Tektonik betrifft, so ziehen parallel dem durch das Zechsteinband gekennzeichneten Nordrand des Thüringer Waldes mehrere Zonen hin, abwechselnd breitere und schmälere, von denen erstere sich durch fast ungestörten, höchstens in flache Falten gelegten, von Verwerfungen kaum unterbrochenen Schichtverlauf auszeichnen, während in den schmäleren starke Schichtbiegungen und zahlreiche Verwerfungen zu finden sind. Die eine dieser Störungszonen, die längste von allen, liegt in der geraden Fortsetzung des das paläozoische Schiefergebirge zwischen Saalfeld und Blankenburg gegen die Trias abgrenzenden, bald als Flexur, bald als Bruchzone ausgebildeten Gebirgsrandes. Durch das Buntsandstein Gebiet zwischen- Blankenburg und Paulinzella, in welchem sich wegen schlechter Aufschlüsse Störungen nicht genügend nachweisen lassen, von dem Nordende jenes Gebirges getrennt, wird die genannte Störungszone deutlich nordwestlich von Paulinzella, zieht über Hengelbach, Griesheim, südlich von Stadtilm vorbei, dann über Willingen, Behringen und Dannheim nach Arnstadt und setzt über die Wachsenburg und den Seeberg nach Gotha und noch weiterhin nach Nw fort.