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Die Mollusken-Fauna des untermiocänen Süsswasserkalkes von Reun in Steiermark (Sandberger's Horizont der Helix Ramondi Brong.).

Penecke, Karl Alphons

Kurzfassung

I. Einleitung. Nicht blos durch den Reichthum der Fossilien, sondern auch durch die treffliche Erhaltung derselben ausgezeichnet, hat der Süsswasserkalk von Reun bereits früh zu seinem eingehenden Studium Veranlassung gegeben. Die erste Nachricht über ihn stammt von Franz Unger aus dem Jahre 1843. Dieselbe lautet: "In dem kleinen Gebirgskessel von Rein, eine Meile nördlich von Graetz, findet sich von Uebergangskalk und einer Kalkbreccie eingeschlossen ein wenig mächtiges Lager von Kieselkalk, das stellenweise in eine Art Kreide übergeht. Eine Menge Süsswasser-Conchylien und Reste von schilfartigen Pflanzen, dieselben, welche in der oberen Süsswasserformation des Pariser Beckens vorkommen, finden sich in demselben eingeschlossen." Unter dem Striche werden dann folgende Mollusken namhaft gemacht: Planorbis rotundatus Brong., Limnaeus strigosus Brong., - Lens Brong. Helix Ramondi Brong., Limnaeus ventricosus Brong., - Moroguesi Brong. Im Jahre 1854 veröffentlichte Josef Gobanz seine mit einer Tafel ausgestattete Arbeit: Die fossilen Land- und Süsswassermollusken des Beckens von Rein in Steiermark. Diese beginnt nach einigen einleitenden Bemerkungen mit einer eingehenden Schilderung der geologischen Verhältnisse des Beckens von Reun aus der Feder Karl Peters', auf die ich hier im Besonderen verweise, da ich nichts Neues zuzufügen habe, umsomehr als über Tag sehr wenig in dem ganz mit Kulturland bedeckten Gebiete zu beobachten ist, und auch zum Sammeln der Versteinerungen nur die Halden der Schächte des Bergbaues Gelegenheit geben, der in der im Liegenden des Süsswasserkalkes sich befindlichen Braunkohle umgeht.