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Zur Geologie des Ostabhanges der argentinischen Cordillere.

Behbendsen, O.

Kurzfassung

I. Theil. In den Jahren 1887 und 88 wurde von Herrn Dr. Bodenbender im Auftrage des geographischen Institutes in Buenos Aires im Verein mit dem Professor der Botanik an der Universität Córdoba, Herrn Dr. Kurtz, eine Forschungsreise nach den Ostabhängen der argentinischen Cordillere südlich vom Rio Diamante unternommen, welche neben der Feststellung der geologischen Verhältnisse vor Allem eine sorgfältige kartographische Darstellung des bereisten Gebietes bezweckte. Berichte über den Verlauf der Reise sind bereits im Bol. d. Instit. Geogr. Argentino, 1889, X, p. 311 - 329, sowie in Petermann's Mittheilungen, 1890, Heft 10 gegeben worden. Die von Herrn Dr. Bodenbender untersuchten Landstriche befinden sich am Ostabhange der chilenisch - argentinischen Cordillere im Quellgebiete des Rio Atuel, des Rio Colorado, sowie des Rio Neuquen, also im südlichen Theile der Provinz Mendoza und im nördlichen der Gobernacion Neuquen. Der Länge nach wird das besagte Gebiet vom zwanzigsten Meridian durchschnitten und erstreckt sich etwa vom vier und dreissigsten (San Rafaël) bis zum vierzigsten Parallelkreis südlicher Breite. Während der ganzen Reise wurde petrographisches und paläontologisches Material in ausgiebigster Weise von Herrn Dr. Bodenbender gesammelt. Letzteres übergab derselbe Herrn Professor V. Konen in Göttingen, welcher mir die Bearbeitung desselben übertrug. Ich möchte an dieser Stelle beiden Herren meinen verbindlichsten Dank für die bereitwillige Ueberlassung des so reichen Materials aussprechen. Herr Dr. Bodenbender hat mit sachkundiger Hand die von ihm entdeckten Aufschlüsse ausgebeutet und sich dadurch um die Kenntniss des geologischen Aufbaues der argentinischen Anden ein sehr grosses, dauerndes Verdienst erworben. Die Fundorte, von denen das unten zu beschreibende Material stammt, liegen nicht in der Hauptcordillere selbst, sondern befinden sich in den zahlreichen Vorketten, die zum Theil dem Andenzuge parallel laufen und von den der Hauptkette entspringenden Flussthälern durchbrochen werden.