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Ueber Lithiotis problematica Gümbel.

Boehm, Gustav

Kurzfassung

In seiner Arbeit über die Fauna der grauen Kalke der Südalpen - Abhandlungen d. k. k. geolog. Reichsanstalt, Bd. XV, Heft 2 - stellt Herr V. Tausch, 1. c., p. 18, eine neue Art Trichites Loppianus dar. Der äussere Habitus, den die Abbildungen zeigen, spricht nicht gerade für Trichites. Immerhin würde typische Trichites - Schalenstructur die Richtigkeit der Gattungsbestimmung erweisen. Nach Prüfung der gesammten Originale glaube ich mit Bestimmtheit behaupten zu können, dass jene Structur nicht vorhanden ist. Die neue Art gehört nicht zu Trichites, sondern, wie ich glaube, zu Ostrea. Diese Thatsache gewinnt einiges Interesse dadurch, dass V. Tausch die viel genannte Lithiotis problematica mit seiner neuen Species in Verbindung bringt und deshalb auch jene wenigstens theilweise - zur Gattung Trichites stellt. Ein anderer Theil von Lithiotis problematica wird - gestützt auf eigene Beobachtungen, sowie auf briefliche Mittheilungen Von Zigno's - dem Pflanzenreiche zugewiesen. Ohne hier auf Details einzugehen, möchte ich bemerken, dass an keiner mir bekannten Lithiotis Trichites-Structur zu beobachten ist, und dass dieses Fossil zu Trichites sicher nicht gehört. Ebenso wenig kann Lithiotis problematica als Pflanze aufgefasst werden. Da Herr V. Tausch jene ihm brieflich zugegangenen "beweiswürdigen Daten" des Herrn Baron De Zigno nicht mittheilt, so habe ich mich selbst an den berühmten Palaeontologen in Padua gewandt. Freiherr V. Zigno schickte mir mit bekannter Liebenswürdigkeit Prachtexemplare von Lithiotis problematica, welche die Pflanzennatur dieser Species sicher beweisen sollten. Die Exemplare gehören nach meiner Meinung zweifellos zu Ostrea.